Praxisbericht: SOHO-Vernetzung mit Consumer-Equipment, Teil 2

Erweiterte WLAN-Reichweite vs. PowerLine-Vernetzung

08.02.12 | Redakteur: Andreas Donner

Bei schlechter Funkabdeckung stellt sich die Frage: WLAN Range Extender oder PowerLine?
Bei schlechter Funkabdeckung stellt sich die Frage: WLAN Range Extender oder PowerLine?

Im Rahmen unseres Tests zur Vernetzung einer Home-Office-Umgebung mit Consumer- bzw. Prosumer-Equipment stellt sich heute die Frage: was tun, wenn das WLAN-Signal nicht bis in die letzte Ecke reicht? Lohnt sich hier der Griff zu PowerLine oder ist ein WLAN-Range-Extender die bessere Wahl?

IP-Insider hat überprüft, wie gut sich eine komplette Home-Office-Umgebung mit Consumer- bzw. Prosumer-Equipment aus dem 11n-WLAN-Bereich und einem zentralen NAS-Device vernetzen lässt und dabei mit Netgear-Produkten weitestgehend auf eine Single-Vendor-Strategie gesetzt.

Leider konnte im gegebenen Testszenario aber keine ausreichende WLAN-Versorgung für den vom Router am weitesten entfernten stationären Rechner sichergestellt werden. Sowohl im 2,4- als auch im 5-GHz-Band konnten bei minimaler Feldstärke am Client nur Datenraten von maximal 26 Megabit pro Sekunde erzielt werden. Bewegten sich Personen in der Wohnung, waren gar nur Connects mit 15 Mbps möglich – zwar reicht diese Performance für den Zugang ins Web meist noch aus, der Zugriff auf das zentrale NAS-System, das im Testszenario auch als Media-Server Verwendung fand, ist mit 1,9 Megabyte pro Sekunde einfach deutlich zu langsam.

Range Extender – WLAN-Reichweite satt

Die erste Wahl, das Reichweiten-Manko zu kompensieren, fällt auf einen WLAN-Range-Extender. Der zum Test verwendete Netgear WLAN Range Extender WN3000RP funkt ausschließlich im 2,4-GHz-Band und erlaubt mit seinen zwei Antennen einen maximalen Datendurchsatz von 300 Mbps. Allerdings musste aufgrund der ebenfalls in das 2,4-GHz-Netz integrierten 802.11b/g-Clients die maximal mögliche Datenrate in diesem Frequenzband im Router auf 130 Mbps gedrosselt werden.

Somit konnte trotz optimaler Feldstärkenverteilung zwischen Router, Range Extender und WLAN-Clien „nur“ eine Datenrate von effektiv 65 Megabit pro Sekunde erzielt werden, da sich die maximale Datenrate bei der Verwendung eines Range Extenders, der ja wie ein Repeater arbeitet, halbiert. Bei insgesamt maximal zugelassenen 130 Mbps macht dies eben dann die genannten 65 Mbps. Eine Transferrate im Bereich von gut 5 MB pro Sekunde bestätigte in der Praxis bei dem zu kopierenden File-Mix die gute Verbindungsqualität.

Würde stattdessen ein 5-GHz-Range-Extender zum Einsatz kommen, oder könnte aufgrund nicht notwendiger Kompatibilitätseinstellungen die Datenrate im 2,4-GHz-Band auf native 300 Mbps eingestellt bleiben, wären wohl Datenraten von rund 100 bis 130 Mbps – also ca. 12 bis 16 Megabyte pro Sekunde möglich.

Allerdings versprechen PowerLine-Adapter der neuesten Generation laut Werbe-Sloagans sogar Gigabit-Performance im Netzwerk, das bei dieser Technik über die bestehenden Stromleitungen realisiert wird.

weiter mit: PowerLine – Vernetzung mit Tücken

Ergänzendes zum Thema
Zur WPS-Sicherheitslücke
Im Test verwendete Geräte

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