Wer wird künftig im Smartphone-Markt die Nase vorne haben?

Ein iPhone macht noch keinen Marktführer — aber Nokia und Co. müssen aufpassen

10.06.2010 | Redakteur: Sylvia Lösel

Das N8 von Nokia soll Social Networking ganz einfach machen. Auch aus der Geschäftswelt ist dies nicht mehr wegzudenken.

HP kauft Palm, Microsoft baut Handys, Intel bringt Chips für Smartphones – im Mobil-Sektor überschlagen sich die Neuigkeiten. Mit Macht versuchen sich alle großen Hersteller in eine gute Position zu bringen. Denn im Smartphone-Markt ist Wachstum angesagt, und den Applikationen gehört die Zukunft.

Entspannt dreht der rot getupfte Koi-Karpfen seine Runden. Von links oben nach rechts unten benötigt er gerade einmal zwei Sekunden. Der Platz ist begrenzt, aber das Futterangebot dafür sehr vielfältig. Denn sein stolzer Besitzer kümmert sich regelmäßig um ihn. Gleich, ob er im Flieger über dem Atlantik sitzt oder in einem Meeting, streut er ihm Krumen ins Wasser. Dabei existiert der Koi nur virtuell auf dem iPhone. Das App mit dem Karpfen erfreut sich großer Beliebtheit in der Apple-Gemeinde und verdeutlicht, wie universell einsetzbar die Telefone von heute geworden sind. Wetter- und E-Mail-Abfragen, Internet-Recherche oder Navigation – gerade wegen dieser Vielfalt erfreuen sich die Smartphones größter Beliebtheit. Mit einem Wachstum von 67 Prozent ist in diesem Marktsegment im ersten Quartal 2010 von Krise nichts zu merken, stellten die Analysten von Canalys fest. Allem Hype um das iPhone zum Trotz liegt Apple mit einem Marktanteil von 15,9 Prozent „nur“ auf dem dritten Platz. RIM bringt es auf 19,2 Prozent, und Spitzenreiter ist einmal mehr der Hersteller Nokia, der noch einen Marktanteil von 38,8 Prozent verzeichnen konnte (im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es 41,4 Prozent). Doch bei den Finnen knarzt es gerade mächtig im Getriebe. Zu lange schon kann das Unternehmen dem Rivalen Apple zu wenig entgegensetzen. Auch das lang erwartete und vor kurzem vorgestellte neue Flaggschiff N8 konnte die Erwartungen nicht erfüllen.

Beruhigungspille

Zur Beschwichtigung von Anlegern und Analysten haben die Finnen jetzt einen personellen und strukturellen Wandel beschlossen. Denn Nokia hat nicht nur die Baustelle „Smartphones“ bei den Betriebssystemen. Im heiß begehrten Applications-Markt sieht es nicht besser aus. Auch hier macht im Moment die Konkurrenz vor, wie es geht, und setzt die Standards. Zwar führt das Nokia-Betriebssystem Symbian noch immer die Hitliste der mobilen Betriebssysteme an, doch werden die Systeme von Apple, RIM und Google immer beliebter. Gespannt darf man auf die weitere Entwicklung von Web OS sein. Denn das Palm-Betriebssystem wurde zwar viel gelobt, hatte mit einem Marktanteil von gerade einmal 0,7 Prozent bisher allerdings nicht viel zu melden.

Doch der Smartphone-Markt beschränkt sich schon längst nicht mehr auf Geräte und Betriebssysteme. Immer wichtiger werden Applikationen und eine nahtlose Verzahnung mit Internet und Social-Media-Diensten. Im Moment hat im Applikations-Geschäft klar Apple die Nase vorne. Mehr als 100.000 Apps gibt es in dessen Store. In Googles Application-Store für die Android-Plattform tummeln sich immerhin auch schon 20.000 kleine Anwendungen. Kaum eine Rolle spielt dagegen bisher der Ovi-Store von Nokia – erstaunlich, wenn man die Marktanteile von Symbian betrachtet.

Aufklärungsarbeit nötig

Ganz anders sieht es da beim kanadischen Unternehmen Research-in-Motion (RIM) aus. Auch RIM hat mit seinem Application Store Erfolg. Hier fokussiert man sich allerdings deutlich mehr auf das Geschäfts-Umfeld. Spaß-Applikationen wie im Apple Store sind hier weniger reichlich gesät. Dennoch will RIM auch explizit die Consumer ansprechen. „Hier müssen wir noch Aufklärungsarbeit leisten. Denn viele Consumer wissen nicht, was Blackberry-Geräte so alles können“, beschreibt Hartmann die kommenden Herausforderungen.

Gelingt dies, dann dreht vielleicht auch bald bei RIM ein Koi-Karpfen seine Runden auf dem Pearl-Display...

Frank Wessel, Leiter Business Unit Notebooks Eno Telecom:

Oliver Fröhlich, Head of Sales Operations Nokia:

Jörg Hartmann, Channel-Chef Deutschland Research-in-Motion:


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