Stimme aus dem Channel

Microsofts Strategie steht auf wackligen Beinen

| Autor / Redakteur: Achim Heisler / Sarah Maier

Microsoft-Chef Satya Nadella beruhigte die Gemüter: Das Geschäft mit Cloud-Services geht verstärkt auch über das Partnernetzwerk.
Microsoft-Chef Satya Nadella beruhigte die Gemüter: Das Geschäft mit Cloud-Services geht verstärkt auch über das Partnernetzwerk. (Bild: Microsoft)

Achim Heisler, der für IT-BUSINESS als Stimme aus dem Channel unterwegs ist, glaubt, dass Microsoft derzeit am eigenen Ast sägt. Dabei hätte der Konzern soviel Potenzial.

Mobile first ist keine Strategie. Doch bevor ich mich in die geistigen Abgründe der Microsoft-Strategen begebe, möchte ich an dieser Stelle dem Geschäftsführer von Vogel IT-Medien, Werner Nieberle, noch einmal für die Organisation der tollen Bitrider-Tour 2015 danken. Sicherlich ein Highlight in diesem Jahr und unbedingt zu wiederholen.

Doch wer mich kennt, weiß dass ich damit mein positives Chi schon aufgebraucht habe und ich mich nun wieder den unverständlichen Dingen unserer Branche zuwenden kann. Aktuell glänzt Microsoft mit aufmunternden Meldungen über Massenentlassungen und Rekordverlusten. Wo liegen die Ursachen für die schlechten Zahlen?

Blick in die Vergangenheit

Dabei kann sicherlich ein Blick in die Historie helfen. Ich weiß, dies ist bei unseren Turboanalysten und ROI-Junkies nicht sehr beliebt. Es kann aber helfen, wenn man aus der Vergangenheit die richtigen Schlüsse zieht. Schauen wir uns einmal die Geschichte von Microsoft und den Mobilgeräten sowie Betriebssystemen einmal etwas genauer an. Microsoft (MS) hatte mit Windows CE/ Mobile bis Version 6.5 ein im Kern starkes System, welches vor allem durch das MS-Gesamtportfolio (Exchange, SQL-Server) im Businessbereich viele Möglichkeiten geboten hätte. Leider hat der Hersteller es damals versäumt, passende Geräte auf den Markt zu bringen, die diese Stärken ausgespielt hätten.

Dass man für einige Ideen seiner Zeit voraus war, haben auch wir Fachhändler in diesen Jahren zu spüren bekommen. Als dann plötzlich neue Player am Markt auftauchten, wurde erst arrogant gelächelt und dann mit Windows Mobile 7 ein Strategiewechsel vollzogen. Von Businesskunden wollte man nichts mehr wissen, Consumer und Apps waren gefragt. Jedenfalls in dem Augurenturm in Redmond.

Leider sah der Markt das anders und die Geräte hatten in der Oberliga der neuen Smartphones keine Akzeptanz. Nun versuchte man in schneller Folge, dem Markt hinterherzulaufen. Nach und nach gab es dann auch wieder Business-Apps und die Consumer-Schiene war kein Dogma mehr. Mit Windows Mobile 8 kamen die bezahlten Schreiberlinge wieder aus Ihren Erdhöhlen, um Marktanteile von 20 Prozent in naher Zukunft für die Mobilgeräte mit Windows 8 zu verkünden. Es ist müßig zu erläutern, dass dies nicht eingetroffen ist und die MS-Geräte (abgesehen vom Billigstsegment) im Markt keine Wahrnehmung erfahren.

Heute ist Microsoft mit Windows Mobile 8.1 am Start und hat eigentlich alles um am Markt erfolgreich zu sein. 8.1 läuft recht stabil, performant und lässt sich, mit der auf dem Desktop ungeliebten Kacheloberfläche, flott bedienen. Die Geräte von Nokia hatten einen guten Ruf und konnten von der Hardware her mit den Spitzenmodellen der anderen Hersteller mithalten. Was man in einem solchen Fall allerdings gebraucht hätte, ist eine für den Businesskunden nachvollziehbare Strategie und jemanden an der Spitze mit Durchhaltevermögen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was die Redmonder aus Sicht von Heisler hätten tun sollen.

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