Vorurteile erschweren Zusammenarbeit

Microsoft: Startups und Unternehmen verstehen sich oft nicht

| Redakteur: Moritz Müller

Startups und etablierte Unternehmen können voneinander profitieren.
Startups und etablierte Unternehmen können voneinander profitieren. (Bild: Syda Productions_Fotolia.com)

Falsche Erwartungen und Voreingenommenheit verhindern in vielen Fällen eine engere Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierten Unternehmen. Dabei brächte eine Kooperation beiden Seiten enorme Vorteile.

Mit dem Wort „Startup“ assoziieren viele sofort Silicon Valley, das Zentrum der globalen IT-Industrie, von dem in regelmäßigen Abständen aus neue Unternehmen versuchen, mit ihren Konzepten das Leben der Nutzer zu revolutionieren. In den USA herrscht nämlich eine wahre Gründereuphorie und diverse Investment- sowie Hedgefonds sind bereit, große Summen Geld in Ideen mit Potenzial zu investieren.

In Deutschland bekommt man davon nicht viel mit. Laut dem aktuellen Länderbericht des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) hinkt die Bundesrepublik beim Gründungsgeschehen deutlich hinterher. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Großteil der Gründungen in Deutschland „aus der Not heraus“ erfolgt und nicht etwa, um bestehende Chancen zu nutzen. Kommen in den USA auf einen Gründer mangels Erwerbsalternative rund 60 „Chancen-Gründer“, so sind es in Deutschland gerade mal drei, die an eine echte Marktchance glauben.

Startups befürchten Geschwindigkeitsverlust

Trotz der hohen Anzahl an Startups existiert nur wenig Kooperation zwischen diesen und etablierten Unternehmen. Die Gründermagazine „The Hundert“ und „Berlin Valley“ haben im Auftrag Microsofts unter 70 Gründern und 39 Unternehmen nach Erklärungen gesucht.

Unrealistische Vorstellungen in Bezug auf Kooperationsmöglichkeiten beklagen rund 40 Prozent der etablierten Unternehmen. Umgekehrt fürchten zwei Drittel der Gründer, dass eine Zusammenarbeit ihr eigenes Startup ausbremsen würde. Desweiteren unterstellen sie den Unternehmen fehlenden Mut, eine zu geringe Innovationsfreude und Schwerfälligkeit.

Chaotische und unzuverlässig?

Umgekehrt sahen sich 20 Prozent der Gründer schon einmal dem Vorurteil ausgesetzt, Startups seien generell chaotisch sowie unzuverlässig und würden ihre eigene Leistungsfähigkeit ziemlich überschätzen. 50 Prozent aller Startups mussten sich schon mit der Aussage befassen, dass ihr Konzept keine Zukunft hätte und sie schnell wieder vom Markt verschwinden würden.

Unternehmen wollen von Innovationen profitieren

Dass der Wille zur Kooperation durchaus vorhanden ist, zeigt sich daran, dass sich sowohl Unternehmen als auch Gründer den Chancen, die sich einer Zusammenarbeit ergeben, durchaus bewusst sind.

80 Prozent der Startups versprechen sich durch eine Kooperation mit einem etablierten Unternehmen einen Image- und Vertrauensgewinn. Nahezu zwei Drittel sehen eine bessere Kundenvernetzung und eine schnellere Markterschließung als Chance. Auch Unternehmen wissen, was sie an Startups haben: 90 Prozent wollen durch die Innovationen der Startups profitieren, während drei Viertel neue Impulse für sich selbst erhoffen.

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