Reaktion auf Kartell-Bedenken der EU-Kommission

Microsoft liefert Windows 7 ohne Internet Explorer aus

12.06.2009 | Redakteur: Philipp Ilsemann

Microsoft will Windows 7 in Europa ohne Internet Explorer ausliefern.

Windows 7 wird in Europa zum Start am 22. Oktober ohne den Internet Explorer ausgeliefert. Um den weltweiten Launch des neuen Betriebssystems nicht zu gefährden, hat sich Microsoft zu diesem überraschenden Schritt entschlossen. Die Redmonder reagieren damit auf eine Kartellbeschwerde von Browser-Konkurrent Opera. Die EU-Kommission bleibt jedoch skeptisch.

Ohne den Internet Explorer wird Microsoft sein neues Betriebssystem Windows 7 ab dem 22. Oktober in Europa an den Start bringen. Das hat Vice President Dave Heiner in einem Blog-Eintrag bestätigt. Demnach werde es in Europa ausschließlich Versionen mit einem „E“ am Ende geben, zum Beispiel Windows 7 Home Premium E, die ohne den Internet-Browser ausgeliefert werden.

PC-Hersteller haben jedoch die Möglichkeit, ihren Kunden den Internet Explorer manuell vorzuinstallieren, wie es in der Regel mit zahlreicher anderer Software auch geschieht. Auch für Endkunden soll es leicht möglich sein, ihr Windows 7 mit dem Microsoft-Browser nachzurüsten.

Kartellprobleme mit der EU

Mit der überraschenden Entscheidung reagiert Microsoft auf eine Kartellbeschwerde von Browser-Hersteller Opera. Die Norweger hatten den Redmondern vorgeworfen, ihre dominante Marktstellung bei Betriebssystemen zu missbrauchen, indem sie den Internet Explorer fest in Windows integrieren. Die EU-Kommission scheint den Vorwürfen weitestgehend zu folgen und hat Microsoft in einer vorläufigen Stellungnahme im Januar ein hohes Bußgeld angedroht sowie die „Einstellung der Zuwiderhandlung“ und Abhilfemaßnahmen gefordert.

In dieser Woche musste Microsoft nun den PC-Herstellern mitteilen, was sie bei Windows 7 erwartet. Um den gleichzeitigen weltweiten Start am 22. Oktober nicht zu gefährden und Geldstrafen zu verhindern, hat sich Microsoft zu dem „großen Schritt“, wie Heiner sagt, entschlossen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie die EU-Kommission reagiert und warum der Marktstart von Windows 7 in Europa noch ins Wanken geraten könnte.

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