Client-Systeme aus der Cloud verwalten

Microsoft Intune und O&O Syspectr auf dem Prüfstand

| Autor / Redakteur: Frank-Michael Schlede, Thomas Bär / Andreas Donner

Welches Werkzeug taugt besser für die Client-Verwaltung aus der Wolke? Microsoft Intune oder O&O Syspectr?
Welches Werkzeug taugt besser für die Client-Verwaltung aus der Wolke? Microsoft Intune oder O&O Syspectr? (Bild: Schlede/Bär)

Für große Firmen ist es keine Frage: eine speziell geschulte IT-Mannschaft kümmert sich mit Hilfe von professionellen Tools vor Ort um Desktops, Server und mobile Endgeräte. Kleinere und mittlere Betriebe besitzen die dazu notwendigen Ressourcen häufig nicht – hier können Lösungen aus der Cloud helfen, die eigenen Systeme einfach und sicher zu verwalten.

Verwaltung und Betreuung von Client-Systemen ist eine der Standardaufgaben, die jede IT-Administration zu bewältigen hat. Das Spektrum dabei reicht vom Update- und Patch-Management über Softwareverteilung und Inventarisierung bis hin zum umfassenden Lifecycle-Management. Für all diese Aufgabe gibt es gute und umfangreiche Softwarelösungen, die ein geschultes IT-Team sinnvoll unterstützen und entlasten können.

Derart aufwendige Software-Tools, die es ermöglichen die Systemadministration zentralisiert und automatisiert zu betreiben, werden in kleineren Betrieben allerdings seltener zum Einsatz kommen. Denn hier stehen oft keine dedizierten Mitarbeiter bereit, deren einzige Aufgabe aus der Betreuung und Wartung der Client-Systeme besteht. Gerade kleine und mittelständische Betriebe aber auch Bürogemeinschaften mit vielleicht nur zehn IT-Arbeitsplätzen sind damit eine geradezu ideale Zielgruppe für die Verwaltungs- und Betreuungsmöglichkeiten, die ein Cloud-basierter Ansatz zu bieten hat:

Als Konsole für den Betreuer braucht es im Normalfall nur einen Web-Browser und auch die zumeist komplexe Server-Installation einer großen Managementlösung entfällt bei Verwendung solcher Lösungen. Wir geben hier einen Überblick über zwei Lösungen, die genau diesen Anforderungen genügen: Microsoft Intune und Syspectr des Berliner Anbieters O&O Software.

Umfassend für Windows und mehr: Microsoft Intune

Microsofts Lösung unter dem Namen Intune hieß zunächst „Windows Intune“ und wurde im Oktober 2014 zu „Microsoft Intune“ umbenannt. Auch die Cloud-Plattform Azure verlor zu dieser Zeit den Zusatz „Windows“. Damit wollte Microsoft deutlich machen, dass sich die Funktionalitäten dieser Microsoft-Cloud-Angebote nicht allein auf die Windows-Plattform beschränken.

So können Anwender mit Hilfe von Intune sowohl Windows 7/8/8.1- und 10-Geräte als auch mobile Systeme unter Android, iOS und Windows Phone (beziehungsweise Mobile) verwalten. Auch die nur unter Windows 8/8.1 zur Verfügung stehenden mobilen Windows-RT-Geräte werden mittels Intune erfasst.

Die Cloud-Lösung ermöglicht dabei unter anderem das Management der Updates und Patches und stellt eine integrierte Anti-Virus-Lösung (Microsoft Intune Endpoint Protection) zur Verfügung. Weiterhin steht dem Administrator Unterstützung bei der Inventarisierung, dem Reporting sowie der Verteilung von Software und der Überwachung eingesetzter Lizenzen zur Verfügung. Zudem können via Intune der Einsatz und Betrieb der Geräte und Software über Richtlinien gesteuert und kontrolliert werden.

IT-Fachleute, die feststellen möchten, ob diese Lösung sich für ihre IT-Landschaft eignet, können auf der Microsoft Web-Seite zum Thema Intune ein kostenloses Testabonnement abschließen. Dieses kann dann ohne Einschränkungen mit allen Funktionalitäten 30 Tage lang getestet werden. Positiv: Um dieses Testangebot zu nutzen, müssen keine Kreditkarten- oder andere Zahlungsdaten angegeben werden.

Getting started

Wie es sich für eine reine Cloud-Anwendung gehört, benötigt der Anwender zum Start nur eine Internet-Verbindung und einen Browser. Deshalb haben wir bei unseren Tests auch nur diese Ressourcen eingesetzt. Dabei zeigte sich – wie schon bei früheren Tests mit dieser Lösung – dass Administratoren beim Gebrauch der Web-Konsole immer noch auf den Internet Explorer als Browser setzen sollten. Denn die Entwickler haben hier vielfach die hauseigene Technik Silverlight verwendet, die nach wie vor Probleme bei Browsern wie Google Chrome und dem Firefox verursachen kann.

Kuriosität am Rande: Die Verwendung des neuen Edge-Browsers lehnte Microsoft Intune als „Nicht unterstützter Browser oder Browsermodus“ ab, als wir versuchten aus unserer Office 365-Konsole auf die Administrator-Konsole von Intune zu wechseln. Es bleibt also der Rat, beim Zugriff auf das Microsoft Intune Portal nach Möglichkeit den Internet Explorer als Browser zu verwenden. Der funktioniert problemlos sowohl auf den Windows 10 Professional- und Enterprise-Systemen in unserem Testnetzwerk als auch auf Rechnern unter Windows 8.1 Professional und Windows 7 Professional und Ultimate.

Grundsätzlicher Einstieg in Microsoft Intune

Anwender, die sich erstmals beim Intune-Dienst anmelden, müssen zunächst einen so genannten Unternehmens-Account angelegen. Die Anmeldung mit einem bestehenden Microsoft-Konto ist ebenso möglich, wie die Anmeldung und das Zusammenführen von Intune mit einem bestehenden Office-365-Konto. Standardmäßig steht dem Nutzer der Domänen-Namen „.onmicrosoft.com“ als Endung zur Verfügung. Dieser kann dann durch eine eigene Namenswahl ergänzt werden ― also beispielsweise „TestInstallation.onmicrosoft.com“. Administratoren können natürlich später auch die eigene, bereits vorhandene Domäne hinzufügen. Wer die 30-Test-Version ausprobiert, kann dies aktuell mit 25 Testlizenzen für Client-Systeme tun, die ebenfalls in vollem Funktionsumfang bereitstehen. Entscheidet sich die IT-Mannschaft, Intune auch nach der Testphase gegen Bezahlung weiter zu nutzen (aktuell 5,10 Euro pro Nutzer und Monat), so können diese System nahtlos übernommen werden.

Windows 10/8/8.1/7 und Windows RT

Wer Windows-Systeme der Versionen 10/8/8.1/7 sowie Windows RT verwalten möchte, muss dazu eine Client-Komponente auf den Systemen installieren. Diese besteht grundsätzlich aus einer ZIP-Datei mit einer ausführbaren Installationsdatei und einer Zertifikatsdatei. Diese kann sowohl manuell als auch auf den üblichen Verteilungswegen mittels Richtlinien oder als integraler Bestandteil eines Systemimages auf die Client-Systeme gebracht werden.

Das Installationspaket enthält Informationen zum verwendeten Intune-Konto. Wer dieses Paket besitzt, kann damit also problemlos Computer bei dem Konto registrieren, dem das eingebettete Zertifikat entspricht. Während unserer Tests gelang es uns problemlos, sowohl physikalische als auch virtuelle Systeme unter Windows 10 (Professional und Enterprise) sowie unter 8.1- und 7-Professional einzubinden und zu mit Hilfe von Intune zu verwalten.

Sollen auch mobile Geräte mit Intune verwaltet werden, muss der Systembetreuer die so genannte „Autorität für die Verwaltung mobiler Systeme“ festlegen. Sie definiert den einzelnen Verwaltungsdienst mit Berechtigung zur Verwaltung einer Gruppe von Geräten und stellt die dazu benötigte Infrastruktur zur Verfügung. Zu den Lösungen für die Verwaltungsautorität für mobile Geräte gehören Intune, Configuration Manager mit Intune oder Office 365 MDM-Lösungen. Sollen iOS-Geräte (Version 6.0 und höher) verwaltet werden, so muss die IT ein Apple Push Notification Service-Zertifikat (APNS-Zertifikat) direkt von Apple beziehen und dieses über die Intune-Konsole hochladen. Kommen Android-Geräte zum Einsatz, müssen der Anwender die App mit der Bezeichnung „Microsoft Unternehmensportal“ aus dem Google-Playstore herunterladen und verwenden.

weiter mit: O&O Syspectr

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