Rahmenbedingungen für eine zeitgemäße Work-Life-Balance

Mobilität wird zum Hygienefaktor für Unternehmen

04.07.13 | Autor / Redakteur: Jörg Hesske / Andreas Donner

Mobiles Arbeiten, ob mit eigenem Gerät oder einem Firmen-Device, wird für viele immer wichtiger.
Mobiles Arbeiten, ob mit eigenem Gerät oder einem Firmen-Device, wird für viele immer wichtiger. (Bild: VMware/Maisberger)

Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern flexibles und mobiles Arbeiten durch entsprechende technische Unterstützung ermöglichen. Denn anders verlieren sie den Kampf um die klügsten Köpfe.

Das Ergebnis ist erstaunlich und sagt viel über unsere moderne Berufswelt aus: Dürften Büroangestellte in Deutschland ihre Smartphones, Tablets und andere mobilen Geräte nicht für ihre Arbeit nutzen, würden sie in Erwägung ziehen, ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Zumindest jeder dritte Befragte gab dies in einer aktuellen Umfrage von VMware an.

Die Marktforscher von Vanson Bourne befragten mehr als 3.000 Büroangestellte und 1.500 IT-Entscheider in ganz Europa, darunter auch Deutschland, zu Mobilität am Arbeitsplatz. Ihre Antworten belegen, dass mobiles Arbeiten zu einem Hygienefaktor für Arbeitnehmer geworden ist. Flexibel von jedem Ort und jedem Gerät aus arbeiten zu können, ist für die meisten Arbeitnehmer selbstverständlich geworden.

In Zeiten, in denen ein Platz auf Kinderbetreuung per Gesetz vorgeschrieben und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf den Wahlplakaten deutscher Parteien groß geschrieben werden, sind Unternehmen gefordert, ihren Angestellten die operativen und technischen Rahmenbedingungen für eine zeitgemäße Work-Life-Balance zu bieten. Traditionelle Arbeitsmuster im „9 bis 17 Uhr“-Raster oder einer permanenten Anwesenheitskultur werden hinfällig. Vorbei die Zeiten, in denen Chefs ihre Mitarbeiter zu mobilem Arbeiten nach US-amerikanischem Vorbild umerziehen mussten. Kritik und Zweifel gegenüber dem „American Way of Working“ von der 24-Stunden-Erreichbarkeit weichen stetig den unübersehbaren Vorteilen, die Mobilität im Arbeitsumfeld bietet.

Begeisterung mit Diskrepanzen

Die VMware-Studie zeigt die Begeisterung auf Arbeitnehmer-Seite, verdeutlicht aber auch Diskrepanzen. Schaut man nach Deutschland, glaubt die Mehrheit der Büroangestellten (68 Prozent) nicht, dass ihr Unternehmen sie mit den nötigen Geräten für effizientes Arbeiten von unterwegs ausstattet – und darunter hätten vor allem Motivation und Produktivität zu leiden. Eine Erkenntnis, die nicht zuletzt Human Resources-Manager aufhorchen lassen sollte. Denn als Gesprächsthema werden Mobility und Bring Your Own Device (BYOD) vom Bewerbungsgespräch bis zur Gehaltsverhandlung immer präsenter: 22 Prozent der befragten Entscheider nutzen es, um Talente zu werben oder im Unternehmen zu halten – Tendenz steigend.

Werden Mobilitätsfragen als Kriterium für erfolgreiches Personalmanagement immer wichtiger, müssen IT-Verantwortliche allerdings (noch) Zugeständnisse machen: In Deutschland räumte fast die Hälfte von ihnen ein, dass sie längst nicht alle ihrer Mitarbeiter mit mobilen Geräten versorgen könnten. Die Ansprüche der Mitarbeiter laufen nur selten synchron mit den Kapazitäten der Inhouse-IT.

Gemacht wird’s so oder so!

Dieses Szenario führt zu ungewollter Selbstständigkeit. Viele Mitarbeiter nutzen schon jetzt Cloud-Services ohne offizielle Genehmigung, oder greifen in einem offenen Netzwerk mit ihrem Smartphone auf sensible Dokumente zu. Wer kein Smartphone vom Arbeitgeber gestellt bekommt, nutzt oftmals das eigene Gerät – und führt letzten Endes den mobilen Wandel „versteckt“ herbei. Die IT verliert so langsam aber sicher die Kontrolle. Bring Your Own Device wird unumgänglich und lässt sich aller skeptischen Stimmen zum Trotz nicht ignorieren.

Aufgrund der ungeheuren Dynamik im Smartphone- und Tablet-Umfeld wäre es aber naiv zu glauben, aller auf dem Markt befindlichen und neu aufkommenden Geräte Herr werden könnte. Statt des von vielen Herstellern propagierten Mobile-Device-Management (MDM) ist es weitaus realistischer und pragmatischer, ein geräteunabhängiges Mobile-Application-Management-Konzept (MAM) zu verfolgen. Die IT erhält dadurch Zugriff auf Anwendungen und Daten auf jedwedem mobilen Gerät oder Computer – bei gleichzeitiger Kostenreduzierung für das Management.

Erinnerungen werden wach

Die derzeitige Diskussion um das Für und Wider von BYOD erinnert nur zu gut an den kritischen Wortwechsel in der IT- und Telekommunikationsbranche, als vor gut zehn Jahren nur Wenige an den Aufstieg des Handys glauben wollten. Mittlerweile prognostiziert die Fernmeldeunion ITU, dass es 2014 mehr Mobiltelefone als Menschen auf der Erde geben werde. Die Anzahl der Handys werde die Marke von sieben Milliarden erreicht haben.

Wollen Unternehmen – egal welcher Größe – morgen im Wettbewerb um den besten Mitarbeiter und die eigene Marktposition morgen nicht hintenan stehen, müssen sie zukunftsorientiert denken – und handeln. Dies bedeutet: offizielle Richtlinien für mobiles Arbeiten implementieren. Aktuelle Zahlen belegen, dass allein in den letzten zwölf Monaten ungesicherte mobile Endgeräte bei der Hälfte der Unternehmen zu Datenverlusten geführt haben. Daraus aber scheinen immer mehr IT-Entscheider zu lernen. Denn ein positives Detail der Studie ist, dass fast jedes zweite der befragten Unternehmen auf dem heimischen Markt bereits Compliance-Regeln für BYOD eingeführt hat.

Jörg Hesske
Jörg Hesske (Bild: VMware)

Damit ist Deutschland im europäischen Vergleich absolute Spitze. Bei unseren europäischen Nachbarn verfolgt im Schnitt nur jedes vierte Unternehmen solche Richtlinien.

Über den Autor

Jörg Hesske ist Country Manager bei VMware Deutschland.


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