VMware-Studie zur Schatten-IT in Unternehmen

Mitarbeiter geben eigenständig Millionenbeträge für Cloud-Services aus

15.05.13 | Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Jörge Hesske, Deutschlandchef von VMware, rät zum Dialog zwischen IT und Fachabteilungen.
Jörge Hesske, Deutschlandchef von VMware, rät zum Dialog zwischen IT und Fachabteilungen. (Michael Hase / IT-BUSINESS)

In europäischen Unternehmen fließen beträchtliche Summen an der IT-Abteilung vorbei in Public-Cloud-Angebote. 2012 gaben Mitarbeiter pro Organisation im Durchschnitt 1,6 Millionen Euro aus, wie VMware in einer Studie zur Schatten-IT ermittelt hat.

Der einfache Zugang zu Cloud-Lösungen begünstigt eine Schatten-IT. Laut einer von VMware in Auftrag gegebenen europaweiten Studie unter 1.500 IT-Professionals und 3.000 Angestellten werden in jedem Unternehmen durchschnittlich 1,6 Millionen Euro im Jahr an der IT-Abteilung vorbei für nicht genehmigte Cloud-Dienste ausgegeben.

37 Prozent der befragten IT-Entscheider vermuten, dass andere Abteilungen kostenpflichtige Cloud-Dienste ohne offizielle Genehmigung nutzen. Trotz möglicher Sicherheitsrisiken sehen Unternehmen diese „Schatten-Clouds“ aber nicht gänzlich negativ. Dadurch würden Innovationen im Unternehmen gefördert, schnelleres und effizienteres Arbeiten ermöglicht und Wettbewerbsvorteile erzielt.

In Deutschland sind sogar 80 Prozent der IT-Entscheider davon überzeugt, die ungenehmigt erworbenen Cloud-Services seien von Vorteil. Im europaweiten Durchschnitt glauben 72 Prozent der Befragten, die Nutzung von Cloud-Angeboten ermögliche eine schnellere Reaktion auf Kundenanforderungen (49 Prozent) und fördere Wachstum und Innovation im Unternehmen (34 Prozent).

Sicherheitsrisiken

Dennoch bleiben Bedenken: Zwei Drittel der deutschen IT-Verantwortlichen sorgen sich über mögliche Kontrollverluste und Sicherheitsrisiken. Bei ihren europäischen Kollegen ist es jeder zweite, der sich darüber Gedanken macht.

In der VMware-Umfrage geben 45 Prozent der europaweit Befragten an, sie würden sich nicht scheuen, auch ungenehmigt Cloud-Angebote zu nutzen, und 36 Prozent haben das schon einmal getan. Deutsche Arbeitnehmer sind mit 29 Prozent etwas zurückhaltender; am wenigsten Skrupel haben italienische Angestellte (49 Prozent).

Fast ein Viertel der Mitarbeiter hat für solche Cloud-Dienste Unternehmensgeld verwendet. Von diesen Angestellten haben 47 Prozent im vergangenen Jahr bis zu 2.000 Euro, zwölf Prozent bis zu 5.000 Euro und ebenso viele mehr als 5.000 Euro ausgegeben. Abgerechnet wird dabei meist über die Budgets der Abteilungen, Spesenkonten oder die Kreditkarte der Unternehmen.

IT-Abteilungen zu langsam

In der VMware-Studie nannten die Befragten zwei Gründe dafür, warum sie ohne Abstimmung mit der IT in die Cloud gehen: Zum einen erleichterten ihnen die Services ihre tägliche Arbeit, ermöglichten schnellere und effizientere Prozesse und unterstützten sie bei der Einführung neuer Produkte. Zum anderen würden IT-Organisationen häufig zu spät oder zu langsam reagieren, so dass sich Fachabteilungen eigenständig am IT-Markt bedienen.

Am eifrigsten bei der Beschaffung von Cloud-Angeboten sind in Deutschland die Bereiche Marketing & Kommunikation (37 Prozent), Einkauf (36 Prozent), Vertrieb (31 Prozent), Forschung & Entwicklung (27 Prozent) und Finanzen (22 Prozent). Die Top-Fünf der beliebtesten Cloud-Services sind Daten und File-Sharing-Dienste (54 Prozent), E-Mails (49 Prozent), Instant Messaging (46 Prozent), Video-Conferencing (41 Prozent), Applikations- oder Daten-Hosting-Services (30 Prozent).

„IT-Abteilungen sind an einem Wendepunkt angelangt, an dem sie die entstehenden Schatten-Clouds in ihren Unternehmen nicht länger ignorieren können“, kommentiert Jörg Hesske, Country Manager VMware Deutschland, die Studie. IT-Leute sollten ihren Kollegen die für deren Arbeit benötigte Flexibilität bieten, ohne die Kontrolle zu verlieren oder Sicherheitslücken zu riskieren. „Was jetzt wichtig ist, ist ein intensiver Dialog zwischen den Abteilungen“, rät Hesske. Wenn Mitarbeiter die Initiative für Innovation und Wachstum ergreifen, müsse dies abgestimmt mit der IT geschehen. □


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