Das offene Geheimnis sinkender Margen

Warum Handelsspannen in der IT unter Druck stehen

26.05.2010 | Redakteur: Stefan Riedl

Was am Ende des Tages bleibt, ist oft erschreckend wenig. Die Handelsspanne bei IT-Hardware sinkt aufgrund des Marktdrucks.

Was in IT-Projekten unterm Strich zählt, ist meistens nur das liebe Geld, der kleinste gemeinsame Nenner wirtschaftlichen Handelns. Im IT-Handel hat das Wort „Marge“ leider direkt etwas mit „marginal“ zu tun, denn die Handelsspannen kennen nur eine Richtung: nach unten. IT-BUSINESS hörte sich in der Branche um und nennt die Gründe der Preisproblematik.

Dass man mit Boxenschieben langfristig nichts verdienen kann, ist eine Binsenweisheit. Auch ist diese Aussage etwas zu undifferenziert, weil Boxenschieber-Spezialisten trotz geringer Marge durchaus ihr Einkommen haben. Allerdings sind diese Volumen-Spezialisten im Internet zuhause. Dort, wo die Preistransparenz dank Preisportalen groß ist und die Prozesse automatisiert sind, wird mit Hardware Geschäft gemacht. Der klassische IT-Reseller muss hingegen auf Dienstleistung setzen.

IT-BUSINESS wollte es genauer wissen und hat sich in der Branche umgehört. Doris Albiez, Vicepresident Geschäftspartner bei IBM Deutschland, nennt zwei Gründe für das Problem: „Erstens werden die Produktzyklen gerade für Hardware immer kürzer, und zweitens stören Produkte, die zu Dumping-Preisen auf den Markt geworfen werden, das etablierte Preisniveau gehörig.“

Jan Schneider, Sales Director bei Asus Deutschland, sieht als wesentliche Ursache den starken Verdrängungswettbewerb auf Seiten der Hersteller: „Dadurch stehen die Marktpreise extrem unter Druck und die Gewinnspannen sinken. Dies zieht sich durch alle Handelsstufen hindurch.“

Die Euro-Problematik

In letzter Zeit haben aber einige Hersteller ihre Preise erhöht, beziehungsweise steigende Preise angekündigt, hat Schneider bei seinen Markt-Analysen beobachtet. Das laufe aber nicht auf höhere Margen, sondern auf steigende Preise im Zulieferbereich heraus und sei zudem auf die für den Import ungünstige Euro-Entwicklung zurückzuführen. Schneider spricht hier ein Problem an, das sich durch die Euro-Krise gegenwärtig weiter verschärft hat: Der deutschen Exportwirtschaft kann im Prinzip nichts Besseres passieren als ein schwacher Euro, denn werden im Ausland deutsche Produkte in US-Dollar gekauft, sind sie günstig wie schon lange nicht mehr. IT-Hersteller, beispielsweise aus dem Notebook-Bereich, die auf dem asiatischen Komponenten-Markt in US-Dollar einkaufen, um dann im Euro-Raum zu verkaufen, werden aber vom Euro-Verfall ausgebremst. Für sie hat ein schwacher Euro nur Nachteile.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zur Commodity- und zur Internet-Problematik.

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