68 Prozent mehr Ausgaben für Banner und Pop-ups

Investitionen ins Werbemedium Internet lohnen sich

10.10.2007 | Redakteur: Katrin Hofmann

Der Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer glaubt an weiter wachsende Ausgaben für die Online-Werbung.

Der deutsche Online-Werbemarkt ist einer aktuellen Erhebung des Bitkom zufolge bis zum dritten Quartal dieses Jahres um 68 Prozent im Jahresvergleich gewachsen. Der Handel trägt am zweitstärksten zu diesem Umsatzsprung bei.

Während der Handel, Dienstleister, Soft- und Hardwarehersteller sowie Telekommunikationsanbieter vergleichsweise viel in Onlinewerbung investieren, halten sich die Anbieter von Unterhaltungselektronik zurück. 124 Millionen Euro steckten Händler und Versandhäuser entsprechend einer Auftragsstudie des Bitkom in den ersten drei Quartalen 2007 in grafische Online-Werbung wie Banner und Pop-ups.

Vor dem Handel liegen mit einem Löwenanteil von 141 Millionen Euro laut dem Marktforschungsunternehmen Thomson Media Control, das die Untersuchung durchgeführt hat, lediglich die Telekommunikationsanbieter und Internetplattformen. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen Medien- und Entertainment-Firmen (79 Millionen Euro), Banken und Dienstleister (69 Millionen Euro) sowie Autohersteller (61 Millionen Euro). Insgesamt, so das Ergebnis, sind die Investitionen in die Webwerbung im Jahresvergleich um beachtliche 68 Prozent gewachsen.

Dass »Wirtschaft und Handel das Werbemedium Internet erobern« titelte kürzlich auch der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Diese Einschätzung steht im »OVK Online-Report 2007/02«, für den Zahlen der Medienforschungsfirma Nielsen Media Research ausgewertet wurden. Demnach haben im ersten Halbjahr 2007 vor allem Dienstleister, allen voran die Online-Dienstleister, besonders viel Geld für Werbeformate im Web ausgegeben. Sie trugen zu 22 Prozent der Gesamtumsätze der Onlinemarketing-Dienstleister bei. Allerdings: Der Anteil der Webwerbung am Media-Mix, in Relation zu den Ausgaben für Werbung in Printmedien, auf Plakaten, im Fernsehen und Radio, beträgt bei den Dienstleistern rund 17 Prozent. Bei allen anderen Unternehmen sind die Ausgaben für die klassische Werbung prozentual noch höher.

Den Platz 2 beim Gesamtumsatz an den Online-Werbeeinnahmen belegt auch in dieser Erhebung Handel und Versand mit 15,44 Prozent. Insbesondere Handelsorganisationen und Discounter hätten deutlich stärker in das Internet investiert als in den Jahren zuvor. Auf Platz 3 folgt der Wirtschaftsbereich »Büro, EDV, Kommunikation« mit rund 14 Prozent Marktanteil – dazu zählt der OVK Telekommunikationsanbieter, Soft- und Hardwarehersteller. Weniger relevant sind die Online-Plattformen für die Bewerbung von Unterhaltungselektronik mit 1,22 Prozent und Foto und Optik mit 0,51 Prozent Umsatzanteil.

Noch mehr Wachstum möglich

Sowohl der Bitkom als auch der OVK rechnen mit weiter wachsenden Ausgaben für die Internetwerbung: »Wir erwarten auch für den restlichen Verlauf des Jahres deutlich zweistellige Zuwachsraten. Der Markt könnte 2007 erstmals die Marke von 800 Millionen Euro erreichen,« prognostiziert der Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer bezogen auf die möglichen Nettoumsätze, die bereits Rabatte berücksichtigen. Zuzüglich der nichtgrafischen Möglichkeiten wie Affiliate-Marketing und Suchwortvermarktung, die die Prognose des Bitkom nicht einbezieht, sagt der OVK bis Ende des Jahres Bruttoumsätze in Höhe von mindestens 2,71 Milliarden Euro voraus.

Den größten Anteil sollen dabei klassische Werbeformen wie Banner und andere grafische Werbeelemente mit 1,31 Milliarden Euro verbuchen. Für die Suchwort-Vermarktung sollen Werbetreibende im laufenden Jahr voraussichtlich 1,19 Milliarden Euro ausgeben, Affiliate-Netzwerke kommen demnach auf 210 Millionen Euro.

Als Grund für die Online-Werbebereitschaft wird von den Marktforschern und Verbänden unter anderem die steigende Zahl der Online-Shopper genannt. Entsprechend der Studie »eCommerce 2007« des Online-Bezahldienstleisters Paypal und des Marktforschungsunternehmens EuPD verbuchen dabei sämtliche Online-Shops Zuwächse im Vergleich zu 2006: sowohl große bekannte, kleinere unbekanntere als auch ausländische Läden. Ein überproportionales Wachstum von 22,1 Prozent verzeichnen die eher weniger bekannten Einkaufsportale.

Besonders beliebt bei den Käufern sind Bücher und Zeitschriften, die 60 Prozent der Webkäufer schon einmal bestellt haben, gefolgt von Mode (53,4 Prozent). An dritter Stelle folgen elektronische Produkte, PCs und Telekommunikations-Geräte, die fast die Hälfte der Befragten schon einmal erworben haben. 28,9 Prozent würden diese online kaufen: Ein deutliches Wachstumspotenzial, das durch Online-Werbemaßnahmen, die die kaufwillige Kundschaft gezielt erreichen, stärker ausgeschöpft werden kann.


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