08.03.2011 | Redakteur: Sarah Maier
Als er Vater wurde brach André Flottmann sein Studium ab und übernahm die Betriebsleitung in einer Firma, für die er gejobbt hatte. Schließlich wurde er einer der Gründer der Fachhandelskooperation PC-Spezialist. Nebenbei verfasste er auch einige Artikel für die EHZ – EDV-Handelszeitung.
ITB: Können Sie sich noch an Ihren ersten Computer erinnern?
Flottmann: Mein erster Rechner war ein Commodore 64, das muss wohl 1982 gewesen sein - am Anfang meiner Ausbildung.Ende 1987 nahm ich gleich richtig viel Geld in die Hand und kaufte mir einen IBM 286 mit 3,5-Zoll-Laufwerk und 2-Megabyte-Festplatte. Das war schon heiß, denn vier Jahre später sollten wir in der Fachhochschule an einer Anlage mit acht-Zoll-Disketten das Programmieren lernen.
Flottmoann: Richtigt, geplant waren noch vier Jahre Studium der Informationstechnik und zwei Jahre BWL Aufbau. Aber es kommt ganz anders: Thomas Kruse, für den ich nebenbei Computer und Netzwerke für seine Firma RabBit Computer GmbH „gebaut“ habe, bat mich die Betriebsleitung der Firma zu übernehmen. Parallel wurde ich von meiner Frau damit konfrontiert, dass ich Vater mit 23 Jahren werde. Also entschließe ich mich das Angebot von Thomas anzunehmen. Dies war im April 1991.
Flottmann: Mir haben immer die Fachhändler und die kleiner Marktteilnehmer besonders am Herzen gelegen. Aus eigener Erfahrung mit RabBit Computer wußte ich, wie schwer „wir“ es am Markt sowie gegen die großen Hersteller und Discounterketten haben. Ich fühlte mich ein wenig wie Robin Hood, der den kleinen eine Hilfestellung bietet.
Flottmann: Spannend fand ich die Konzentrationsprozesse im Markt, aber auch die Globalisierung. Mein eigenes persönliches Highlight, war die Auszeichnung „Best European Retailer of the year“ 1998, die wir von Global Touch auf der Konferenz in Paris erhalten haben. Wir hatten mit dem Franchise-Gedanken von PC-Spezialist bewiesen, dass wir einen Markt völlig neu gestalten konnten.
Flottmann: Während vor 20 Jahren noch der „Technik-Interessierte“ als Kunde im Vordergrund stand, hat sich der IT-Kunde heute zum „Nutzenorientierten-Kunden“ gewandelt. IT wird heute „konsumiert“. Ein gutes Beispiel ist Apple, die heute mit ihrem ganzheitlichen Konzept viel mehr Kunden gewinnen können als damals. Auch sind Kunden immer häufiger bereit für medialen Content Geld zu bezahlen wie beispielsweise für Apps, Musik oder Filme. Meiner Freundin mußte ich schon ein echtes Verbot in dieser Richtung erteilen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr dazu, wie sich Flottmann die Technik der Zukunft vorstellt.

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