Common Building Blocks gelten als gescheitert

Intel kehrt der Notebook-Standardisierung den Rücken

12.05.2009 | Redakteur: Stefan Riedl

Intels Channel-Manager Christian Ganz erläutert, warum Intel Common Building Blocks nicht mehr als Erfolg betrachtet.

Es war ein großes Ziel. Und Intel hat es nicht erreicht. Common Building Blocks (CBBs) sollten nach dem Vorbild des Desktop-Markts Notebook-Komponenten herstellerübergreifend austauschbar machen. Nach anfänglich großem Aufsehen wurde es still um das Programm. IT-BUSINESS fragte bei Intels Channel-Chef Christian Ganz nach, was die Initiative scheitern ließ.

ITB: Um die Common Building Blocks von Intel ist es auffallend still geworden. Gibt es die Initiative überhaupt noch?

Ganz: Intel hat die Fortführung aller Aktivitäten rund um die Common Building Blocks eingestellt. Der Hintergrund war ein sehr komplexes Ecosystem, beispielsweise gab es nur einen Zulieferer für Gehäuse, mit dem wir Qualitäts- und Lieferschwierigkeiten hatten. Damit konnten wir das eigentliche Ziel der CBBs über die verschiedenen Plattformen nicht erreichen. Festzuhalten bleibt aber auch, dass die Common-Building-Block-Initiative von einem unabhängigen Industrie-Konsortium getrieben wurde. Dieses existiert weiterhin, und auch CBBs sind verfügbar. Wir unterstützen aber weiterhin die Initiative, auch wenn wir sie selbst nicht mehr aktiv begleiten.

ITB: Rollen denn noch CBB-Komponenten von den Bändern der großen OEM-Fertiger?

Ganz: Einige OEMs nutzen weiterhin Notebooks, die auf Basis der CBBs designed wurden. Beispielsweise sind Festplatten oder optische Laufwerke standardisiert in Form, Funktion und Passung. Andere Komponenten, die sich auf das eigentliche Design auswirken, wie Monitor und Tastatur, sind schwerlich zu standardisieren, denn sie variieren von ODM zu ODM und je nach Modell.

ITB: Warum konnten sich CBBs nicht durchsetzen? Wo lagen die Probleme bei dem System?

Ganz: Wie gesagt hatten wir mit zwei Dingen zu kämpfen: Die schwierige Integration von nicht-standardisierten Komponenten, wie LCDs und Tastaturen. Daneben die Lieferschwierigkeiten der Gehäuse, um ein niedriges Time-To-Market zu erreichen, führten zu einem zu geringen ROI. Deswegen haben wir unsere aktive Unterstützung eingestellt.

ITB: Will sich Intel künftig eher zurückhalten, wenn es darum geht, selbstdefinierte Standards im Markt durchzusetzen?

Ganz: Intels Fokus ist die Zusammenarbeit mit lokalen OEMs und der Ausbau der Beziehungen zu den ODMs. Damit wollen wir die Geschäftsbeziehungen ausbauen und die Verfügbarkeit von Barebones in EMEA sicherstellen. Darüber hinaus untersuchen wir die Möglichkeiten für maßgefertigte Notebook-Desings für die lokalen OEMs. Dabei setzen wir von Fall zu Fall auf die Zusammenarbeit zwischen Intel, OEM und ODM.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Intel mit den CBBs bezwecken wollte, wie der Markt darauf reagierte sowie einen Kommentar des Autors.

 

Glossar: Was bedeuten CBB, OEM und ODM?

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