Neuausrichtung des Bereichs

Ingram Micro Services entlässt 80 Mitarbeiter in Flensburg

| Autor: Michael Hase

Eric Rositzki, Geschäftsführer bei Ingram Micro Services, setzt auf ein mehrstufiges Modell, das über Reparaturen weit hinausgeht.
Eric Rositzki, Geschäftsführer bei Ingram Micro Services, setzt auf ein mehrstufiges Modell, das über Reparaturen weit hinausgeht. (Bild: Ingram Micro)

Der Distributor Ingram Micro entlässt 80 Mitarbeiter am Standort Flensburg. Als Grund dafür nennt das Unternehmen eine Neuausrichtung des Geschäftsbereichs Ingram Micro Services.

In Flensburg verlieren 80 Mitarbeiter von Ingram Micro ihren Arbeitsplatz. Das teilt der Dornacher Distributor heute mit, nachdem am Mittwoch ein Bericht der Lokalpresse, der über deutlich mehr Entlassungen spekulierte, in der Region für Wirbel gesorgt hat. Im Norden Schleswig-Holsteins repariert der Geschäftsbereich Ingram Micro Services mobile Endgeräte verschiedener Hersteller für den Fachhandel. Flensburg war ursprünglich Sitz des Dienstleisters Dat Repair, den der Broadliner im März 2014 übernahm.

Die betroffenen Mitarbeiter sollen Ende Juni in eine Transfergesellschaft überführt werden. „So eine Maßnahme ist menschlich immer besonders schwierig“, räumt Eric Rositzki ein, der seit Dezember 2016 die Geschäfte bei Ingram Micro Services in Flensburg führt. Allerdings habe der Distributor „in direkter Abstimmung mit unserem Betriebsrat eine sozial sehr verträgliche Lösung für alle Betroffenen gefunden“. Das Maßnahmenpaket, das mindestens über vier Monate laufen soll, sehe Schulungen und Abfindungsangebote über die gesetzliche Pflicht hinaus vor, so der Manager weiter.

Neue Strategie

Als Grund für die Entlassungen nennt Rositzki im Gespräch mit IT-BUSINESS die notwendige Neuausrichtung von Ingram Micro Services, für die der Geschäftsbereich teilweise „Mitarbeiter mit anderen Profilen“ benötige. Hinzu komme, dass sich das Reparaturgeschäft über die vergangenen Jahre verändert und „die Reparaturtiefe abgenommen“ habe.

In Flensburg, wo bisher reine Reparaturexperten beschäftigt waren, entwickelt Ingram Micro ein sechsstufiges Service-Modell, das vom Leasing über die fachgerechte Sicherung und Entsorgung von Daten bis zum Recycling von Geräten reicht. Sämtliche Dienstleistungen sollen künftig individuell auf den Bedarf der Fachhandels- und Industriekunden des Distributors zugeschnitten werden. Der Geschäftsführer spricht von „taylormade“.

Wenn die Neuausrichtung nach Plan verlaufe, rechne er damit, dass Ingram Micro Services das Personal künftig wieder aufstocken werde, gibt sich Rositzki optimistisch. Die neue Strategie erfordere insbesondere Mitarbeiter, die Vertriebs- und Kundenerfahrung mitbringen. „Wir setzen auf Flensburg und hoffen, dass wir etliche der Mitarbeiter, denen wir kündigen mussten, bald wieder einstellen können.“ An dem norddeutschen Standort beschäftigt der Broadliner nach den Entlassungen noch etwa 300 Mitarbeiter.

Lifecycle Services

Reparaturen zählen bei Ingram Micro neben Dienstleistungen wie Rücknahme, Wiedervermarktung, Recycling oder Versicherungen zu den Lifecycle Services, die seit dem Frühjahr 2016 eine zusätzliche Säule des Geschäfts bilden. Ende vergangenen Jahres führte der Distributor diese Services organisatorisch in einem Zuständigkeitsbereich zusammen, für den seither Rositzki verantwortlich zeichnet. Der Manager kam von Vodafone zu Ingram.

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