Windows XP stirbt im April 2014 – es lebe Windows 8!

Microsoft-Partner müssen ihr Geschäft transformieren

12.07.12 | Redakteur: Sarah Maier

Laut dieser auf der WPC gezeigten Darstellung ist die Software von Microsoft im Vergleichsumfeld am sichersten.
Laut dieser auf der WPC gezeigten Darstellung ist die Software von Microsoft im Vergleichsumfeld am sichersten.

Am dritten Tag der Microsoft WPC kam Microsoft-COO Kevin Turner mit seinem fast schon traditionellen Wettbewerbsvergleich zu Wort. Channel-Chef Jon Roskill betonte in seinem Einführungsvortrag, wie wichtig es ist, das eigene Geschäft den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Auch wenn die Cloud weiterhin ein großes Thema auf der weltweiten Partnerkonferenz (WPC) ist, ist bei Microsoft ein Wandel diesbezüglich zu bemerken. Während 2010 in Washington D.C. die Partner Steve Ballmer zu seiner Keynote noch mit einem Cloud-Song begrüßten, ruderte der Konzern 2011 in Los Angeles bereits zurück und sprach nun nicht mehr von der einen und einzigen Cloud, sondern von hybriden Modellen.

Dieses Jahr in Toronto geht es zwar mit Office 365, Azure und Dynamics wieder weiter in Richtung Cloud, doch die Redmonder scheinen die Zurückhaltung ihrer Händler verstanden zu haben und sprechen nun von der Transformierung des Geschäfts.

Jon Roskill, zuständig für den weltweiten Channel bei Microsoft, will die Partner hierzu auf den richtigen Pfad bringen. Das geschieht über den Wandel des Geschäftsmodells der Partner wie auch über das Locken der Reseller durch Incentives.

Er betonte zudem den Wert des Microsoft Partner Netzwerkes (MPN). Dazu zog er eine IDC-Studie heran, die belegt, dass ein Microsoft-Partner mit 50 Mitarbeitern und einem Umsatz von fünf bis zehn Millionen US-Dollar im Jahr rund 320.000 US-Dollar aufgrund des MPN erwirtschaftet.

Wettbewerbsvergleich

Kevin Turner, Chief Operating Officer bei Microsoft
Kevin Turner, Chief Operating Officer bei Microsoft

Kevin Turner, Chief Operating Officer bei Microsoft, hat es sich traditionell in seiner Keynote zur Aufgabe gemacht, den Partnern die Unterschiede zwischen Microsoft und ähnlichen Produkten des Wettbewerbs aufzuzeigen. Dabei ist klar, dass der eigene Konzern weitaus mehr Vorteile aufweisen kann als die Konkurrenz.

„Mit Windows 8 bricht eine neue Ära an, die einzigartige Geschäftsmodelle erlaubt“, betont Turner. „Wenn Sie zudem noch irgendwelche Bedenken bezüglich der Cloud haben, lassen Sie mich diese heute beerdigen. Microsoft investiert durch Ausgaben in der Entwicklung in die Zukunft der Partner.“

Nachdem das Betriebssystem Windows XP ab April 2014 dem Tode geweiht ist, da keine weiteren Security- und Service-Updates kommen werden, sieht Turner gerade hier Business-Potenzial für die Partner, Windows 7 – oder besser noch 8 – sowie Office 2010 zu verkaufen.

Ausführlich ging Turner auf die Collaboration-Möglichkeiten mit Office 365 in Kombination mit Sharepoint, Skype und Yammer ein. Außerdem zeigte Turner, dass Microsoft im vergangenen Jahr bezüglich der Sicherheit am besten abgeschlossen habe. Auf seiner Präsentationsfolie war Oracle gefolgt von Apple am verwundbarsten.

Apple als Lachnummer

Einen besonderen Spaß hat sich Turner dabei gemacht, das Video zu präsentieren, in dem Siri, die Stimmes des neuen iPhone gerfragt wird: „Welches ist das beste Smartphone?“ Bei der Antwort des Apple-System war der Gewinner ausgerechnet ein Smartphone mit dem Betriebssystem Windows Phone 7.

Abschließend zeigte Turner noch einen Vier-Punkte-Plan, mit dem er sich sicher ist, dass Microsoft und die Partner gewinnen werden. Die Punkte lauten:

  • 1. Mit Office 365 und den Cloud Services gewinnen
  • 2. Windows 8 implementieren und Apps entwickeln
  • 3. Entwicklungen voranzutreiben und den Kunden zufrieden zu stellen
  • 4. Den Wandel vollziehen, um zu gewinnen.

Abschließend zur Keynote-Session gab Roskill noch bekannt, wo nächstes Jahr die WPC stattfindet: In in Huston/ Texas.

Kommentar von IT-BUSINESS-Redakteurin Sarah Maier

Biss in den bitteren Apfel auf der WPC

Spricht man auf der WPC mit den deutschen Partnern, egal ob IT-Dienstleister oder Distributor, bekommt man den Eindruck, dass ihr Geschäftsmodell eher zwangstransformiert wird. Ihnen ist klar, dass kein Weg an der Microsoft-Wolke vorbei führt, und sie scheinen oftmals schlicht in den bitteren Apfel zu beißen. Viele sind hier um sich anzusehen, was die Redmonder planen und wie sie ihr Geschäft entsprechend auslegen müssen. Doch der allerwichtigste Grund, die WPC zu besuchen, hat sich in all den Jahren nicht geändert. Er heißt Networking.

Networking scheint auch die beste Methode zu sein, überhaupt an detailliertere Informationen zu gelangen. Denn wie bereits der deutsche Microsoft-Mittelstands-Chef Martin Berchtenbreiter sagte, ist der geringe Informationsfluss gewollt. Ein guter Teil der Informationen aus den Keynotes waren bekannt, vor allem denjenigen, die öfters einmal einen Blick in die einschlägigen Blogs werfen.

Strategisch scheinen die Redmonder mittlerweile ihren erfolgreichen Konkurrenten Apple nachzuahmen. Deutlich erkennbar ist das am Beispiels des kürzlich vorgestellten Microsoft-eigenen Tablets namens Surface. Damit hat der Konzern sicherlich einige seiner OEM-Partner vor den Kopf gestoßen. Hier, auf der WPC, ist dieses Gerät kein Thema. Fragen zu Surface werden nicht beantwortet. Eine Überlegung, die mir dabei kommt, ist, ob das nicht auch gewollt ist, um den hier ebenfalls anwesenden Herstellern nicht auf die Füße zu treten. Gerade am ersten Tag schien es, als wollte Ballmer mit den vielen Produktpräsentation unterschiedlicher Hersteller während seiner Keynote einiges wieder gut machen.


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Es lebe die Diktatur von Microsoft. Man brauchte einen Aufhänger um Nachfolgegeschäfte zu...  lesen
posted am 12.07.2012 um 09:36 von copps

Ich denke, im Moment ist die Strategie, schnell neue Versionen Windows/Office wg. Support-Zusagen...  lesen
posted am 12.07.2012 um 09:25 von broecker

Die Kunden haben sich erst durchgerungen auf Windows 7 umzustellen und werden wohl kaum sofort auf...  lesen
posted am 12.07.2012 um 09:06 von m.morbe@fitech.lu


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