Verkaufsrekord für Apples jüngsten Coup – Wettbewerber verschreckt

iPad schon mehr als eine Million Mal verkauft

03.05.2010 | Redakteur: Harry Jacob

iPad muss man nicht haben, aber er macht trotzdem Spaß – und geht weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Allen kritischen Stimmen zum Trotz verkauft sich der iPad von Apple sogar noch besser als das iPhone. Inzwischen ist die Schallmauer von einer Million Geräten durchbrochen. Andere Anbieter legen erst einmal eine Denkpause ein.

Seit vorigem Freitag liefert Apple den iPad auch in der WiFi-Variante, und wieder gab es Schlangen vor den Apple Stores. Und just an diesem Tag konnte das Unternehmen einen Rekord vermelden: In nur 28 Tagen hat die Company von Steve Jobs bereits eine Million iPads ausgeliefert. Das iPhone, das ebenfalls einen regelrechten Hype ausgelöst hatte, war erst nach 74 Verkaufstagen auf diese Stückzahl gekommen.

Nach wie vor übersteigt die Nachfrage alle Erwartungen von Apple. Schon wenige Tage nach dem Verkaufsstart in den USA war klargeworden, dass ein riesiger Run auf das iPad ausgebrochen war und die Lager in kürzester Zeit leer sein werden. Deshalb hatte Apple bereits den Marktstart außerhalb der USA bereits um einen Monat verschoben. Voraussichtlich am 29. Mai um 0.00 Uhr wird es den iPad auch hierzulande zu kaufen geben, allerdings vorerst nur in der WLAN-Version. die UMTS-Variante war ursprünglich für Juni angekündigt. Ob sich dieser Termin halten lässt ist fraglich. Denn, so Steve Jobs in einer Mitteilung anlässlich des Verkaufsrekordes: „Die Nachfrage übertrifft weiterhin unsere bereitgestellten Mengen und wir arbeiten mit aller Kraft, dieses magische Produkt in die Hände von noch mehr Kunden zu bringen.“

Die Nutzer des iPad haben bereits 12 Millionen Apps heruntergeladen sowie 1,5 Millionen eBooks aus dem iBookstore, der in Deutschland zum Start des iPad-Verkaufs vermutlich noch nicht verfügbar sein wird. Wie Apple mitteilt, sollen bereits 5.000 Apps speziell für das iPad entwickelt worden sein. Um diesen Trend weiter anzuheizen, wird sich die weltweite Entwicklerkonferenz, die am 7. Juni in San Francisco beginnt, speziell mit dem neuen Betriebssystem iPhoneOS 4.0 und der Entwicklung von iPad-Apps befassen. Scott Forstall, Senior Vice President iPhone Software von Apple kündigtea an „Während der fünftägigen WWDC 2010 haben die Teilnehmer die einzigartige Möglichkeit, Seite an Seite mit Apple-Ingenieuren und Benutzeroberflächen-Designern zu arbeiten, um ihre iPhone- und iPad-Apps noch besser zu machen.“

Streit um Flash gewinnt an Fahrt

Als ein großes Manko sehen viele Kritiker des iPad die fehlende Unterstützung für Adobes Flash-Technologie. Steve Jobs hatte dieser Technologie die Unterstützung versagt und erst kürzlich sogar die Entwicklung von Apps auf dessen Grundlage strikt verboten. Sicherheitsprobleme, zu großer Ressourcenhunger und kein offener Standard, so die Kritik von Jobs an Flash. Stattdessen propagiert der Apple-Chef den Standard HTML5. Flash wird beispielsweise für Mouse-Over-Effekte eingesetzt – die es auf Touch-Displays in der Form nicht geben kann – und für Videos, die aber auch mit HTML5 realisiert werden könnten. Allerdings ist dieser Standard relativ neu, und Flash hat sich bereits bei vielen Video-Sites etabliert. Zumindest für Youtube-Filme gibt es aber eine eigene App, die diese Plattform auch ohne Flash zugänglich macht.

Die Folgen für Adobe sind fatal. So verbannte bereits die Fluglinie Virgin Airlines Flash von ihren Websites. Der Grund: Viele Business-Flieger mit Apples iPhone hatten sich beschwert, dass die Online-Buchung für sie nicht zugänglich ist. Nach eigenen Angaben generiert die Fluglinie 70 Prozent ihres Umsatzes über Web-Buchungen. Der Erfolg von iPhone und iPad könnte weitere Websites zu diesem Schritt veranlassen. Und auch der Infrastrukturanbieter für Webvideos Brightcove unterstützt mit „Brightcove Experience for HTML5“ nicht nur die Kunden von Apple mit HTML-Videos.

Auch Microsoft hat Steve Jobs nun Recht gegeben: Dean Hachamovitch, verantwortlich für die Entwicklung des Internet Explorer beim Redmonder Software-Riesen, sekundierte: „Adobe Flash hat einige Mankos, vor allem in Bezug auf Verlässlichkeit, Sicherheit und Leistung“. Auch er befürworte HTML5 als Alternative. Allerdings beeilte sich ein Konzernsprecher klarzustellen, dass Microsoft weiterhin mit Adobe zusammenarbeitet, um Fehler in Flash zu beheben. Was Microsoft in diesem Zusammenhang völlig unerwähnt lässt: Mit Silverlight hat man eine eigene Technologie am Start, die mit Flash konkurriert – aber ebensowenig auf iPhone und iPad zu finden ist.

Warum die Konkurrenz wie Microsoft und HP nun zurückzieht, erfahren Sie auf der folgenden Seite.

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