28.06.2011 | Redakteur: Stefan Riedl

Konzerngeschäft ist schön und gut, aber Gewinner halten sich an den Mittelstand. In diesem Segment wird sich auch die Zukunft von Cloud Computing entscheiden. Kein Wunder, dass man im IBM-Konzern genau beäugt, wie Mittelständler und Vorreiter im Systemhausumfeld für IT-Wolken sorgen.
Definiert wird er in mannigfaltigen Variationen, der Mittelstand. Was für den einen noch unter „kleine Klitsche“ fällt, ist für den anderen schon ein „traditioneller Mittelständler“. Und der eine spricht schon von „Konzern“, während für andere wiederum diese Unternehmensgröße noch in den Bereich „KMU“ fällt. Mit Definitionen wird aber kein Umsatz getätigt, so dass man sich im Grunde nicht darüber zu streiten braucht.
Fakt ist allerdings, dass Cloud Computing mit den wie auch immer definierten Mittelständlern als Erfolgsmodell durchstarten wird, oder als „überschätzter Hype“ endet, dem beispielsweise die Bedenken zur externen Datenhaltung einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.
Der Grund ist schlichtweg die immense Marktbedeutung dieses Unternehmenssegments, in das – wie auch immer man es definiert – der unerreicht größte Anteil aller B2B-Umsätze in der Bundesrepublik Deutschland fließt.
Obwohl Big Blue im Konzernumfeld zu seinem Spitznamen gekommen ist, tönt es auch aus dem Hause IBM vor allem in Richtung Mittelstand. Doris Albiez, Vice President Mittelstand und Geschäftspartner, liegt Cloud Computing als Zukunftstechnologie daher besonders am Herzen, wie sie auf einem Roundtable zu diesem Thema betonte. „Im Mittelstand hat Cloud Computing derzeit die höchsten Wachstumsraten aller ITK-Technologien“, hieß es dort beispielsweise. Seit 2009 steigt die Nutzung um 50 Prozent in diesem wichtigen Marktumfeld. Das wird seitens IBM nicht nur behauptet, sondern auch mit Zahlen untermauert: Der Studie „The Essential CIO – Midmarket CIO Study 2011“ zufolge, für die über 3.000 CIOs weltweit befragt wurden, will darüber hinaus jeder Zweite in den kommenden drei bis fünf Jahren in diesen Bereich investieren. Denn die Unternehmen, so das IBM-Argument, versprechen sich vom flexiblen Einsatz der Software und Hardware wirtschaftliche Vorteile.
In der Praxis reicht es nicht, dem Kunden das Wort „Cloud“ hinzuwerfen. Damit IBM-Reseller ihren Platz im vielbeschworenen „Cloud-Zeitalter“ ausloten können, hilft IBM durch „Aufschlauen“ der Partner in Form von Reseller-Schulungen. Systemhäuser können zwei Richtungen einschlagen: Über IBM-Technologie können Partner in Eigenregie eigene Cloud-Infrastrukturen aufbauen, zum anderen können sie lediglich für Provisionen Kunden vermitteln.
Geht es um Cloud-Infrastrukturen, muss differenziert werden, zwischen verschiedenen spezialisierten Aufgaben in Cloud-Projekten: „Cloud Builder“ beschäftigen sich mit IT-Architekturen. „Cloud Infrastructure Provider“ sind als Hosting-Partner unterwegs. „Cloud Application Provider“ sind Software-Häuser, die ihre Anwendungen für die Bereitstellung im SaaS-Modell trimmen. „Cloud Consulter“ übernehmen Beratungsdienstleistungen rund um den Umzug in Cloud-Umgebungen und die Integration von Cloud-Services.
Lesen Sie auf der nächsten Seite eine Einschätzungen von Michael Döderlein, Geschäftsführer der Inox-tech GmbH.
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