Neuordnung im Channel

Oracle dünnt Distributionslandschaft aus

18.08.2010 | Redakteur: Regina Böckle

Weniger ist mehr, lautet Oracles Devise offenbar auch mit Blick auf die Distribution.

Hierzulande wird Oracle/Sun künftig nur noch mit drei statt bislang neun Distributoren zusammenarbeiten. Diese drei werden das gesamte Oracle- und Sun-Portfolio anbieten.

Oracle will offenbar in Deutschland künftig nur noch mit den drei Distributoren Tech Data/Azlan, Arrow ECS und Ingram Micro zusammenarbeiten und sämtliche Produkte – auch die Sun-Linien – ausschließlich über diese vertreiben. Damit ist Arrow ECS der einzige bisherige Sun-Distributor, der auch künftig für Oracle/Sun tätig sein wird.

Bislang waren insgesamt neun Distributoren für Oracle/Sun an Bord: Das Sun-Portfolio wurde über Adiva, Arrow ECS (früher DNS), CPI, Eld, Tim und Infinigate (Sun-Software) angeboten. Actebis Peacock, Azlan und Ingram Micro übernahmen die Oracle-Distribution.

Obwohl die Nachricht im Channel bereits die Runde macht, war Oracle aktuell zu keiner Stellungnahme bereit. Auch die betroffenen Distributoren wollten zur Stunde die Neuordnung noch nicht kommentieren.

Wann die Verträge mit den bisherigen Sun- und Oracle-Distributoren auslaufen und was sich für Vertriebspartner konkret ändern wird, ist daher unklar.

Kenner der Szene vermuten, dass sich Oracle dazu auf der anstehenden Partnerkonferenz Ende September äußern wird. Das ist dringend nötig, angesichts der vielen, auch anderen grundlegenden Fragen, auf deren Klärung vor allem die Sun-Partner bisher vergeblich warteten.

Oracle hatte bereits während der Partnerkonferenz im Frühjahr 2010 angekündigt, in Zukunft vorrangig auf weltweit aktive Distributoren setzen zu wollen. Insofern fiel die jetzige Entscheidung nicht ganz überraschend.

Branchen-Insider berichten außerdem, dass Oracle die Konfigurations-Dienste künftig selbst leisten und die Systeme dann direkt aus dem eigenen Lager zum Kunden senden will.

Weltweit arbeitet Oracle aktuell mit rund 230 Distributoren zusammen. In Branchenkreisen wird spekuliert, dass diese Zahl auf etwa 40 reduziert werden könnte. In den größeren Ländern will Oracle vermutlich nur noch mit je zwei Distributoren zusammenarbeiten, die das komplette Sun- und Oracle-Portfolio anbieten.


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