Robert Pasquier zum Schweinepreis-Dilemma

Lenovo: Das Aus für Staffelrabatte ist akzeptiert

02.03.2010 | Redakteur: Stefan Riedl

Channel-Chef Robert Pasquier (re.) und Lenovo-Geschäftsführer Bernhard Fauser (li.) auf dem Partner-Kickoff in Frankfurt am Main.

Am Rande der Channel-Kickoff-Veranstaltung von Lenovo sprach IT-BUSINESS mit Robert Pasquier, der dieser Tage sein fünfjähriges Jubiläum als Channel-Chef bei Lenovo feiert. Pasquier hat teilweise radikale Änderungen angestoßen, wie beispielsweise den Wegfall von Staffelrabatten.

ITB: Wenn Sie auf Preisportale wie Geizhals schauen, zeigt sich, dass es in der Regel nicht die etablierten, großen E-Tailer sind, die die Preise nach unten ziehen, sondern kleine Firmen mit geringem Bekanntheitsgrad, die man häufig als „Wohnzimmer-Webshop“ bezeichnet. Wie beurteilen Sie die Lage in diesem Segment?

Pasquier: Da gebe ich Ihnen recht. Die berühmten Ein-Mann-Firmen kalkulieren zum Teil sehr aggressive Preise und sind häufig nach zwei bis drei Monaten wieder weg vom Fenster. Oftmals verabschieden sie sich aus dem Markt, weil keine Rückstellungen gebildet wurden, aber ungeplante Kosten auf sie zukommen. Denken Sie allein an die vielen Abmahner, die im Netz unterwegs sind. Das ist deswegen – nicht nur für Lenovo – eine so schwierige Thematik, weil keine Preisvorgaben gemacht werden dürfen.

ITB: Wie wird bei Lenovo denn versucht, gegen die so genannten Schweinepreise vorzugehen?

Pasquier: Seit Oktober vergangenen Jahres gehen wir sehr konsequent gegen Grauware vor. Bei Verdachtsmomenten, also in der Regel, wenn Preise vorliegen, die wir nicht nachvollziehen können, schaltet sich die Abteilung „Business Control“ ein. Dann werden entsprechende Geräte erworben und über die Seriennummern nachvollzogen, ob es sich um Ware aus einem Projekt hangdelt, für die ein spezielles Project-Pricing gewährt wurde. Kann die Ware einem Endkunden und damit einem Projekt und einem Partner zugeordnet werden, nehmen wir sie zuerst aus der Garantie. Dann berufen wir uns auf entsprechende vertragliche Vereinbarungen, fordern Geld vom Business-Partner zurück und stoppen die Zusammenarbeit. Ich denke, dass es sich inzwischen herumgesprochen hat, dass wir es sehr ernst meinen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum verschwundenen Container voller Lenovo-Notebooks.

Wo ist die Hehlerware?


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