Interview mit Novell-Manager Michael Kleist

„Platespin-Novell ist aus dem VMware-Schatten längst herausgetreten“

08.01.2010 | Redakteur: Regina Böckle

Michael Kleist, Director End User Computing bei Novell Zentraleuropa, mit Maritta Hartl, Vertriebsdirektorin bei Magirus Deutschland

Unter den Fittichen der Mutter Novell will Platespin seine vielseitigen Talente im Datacenter-Bereich gemeinsam mit Value-Distributor Magirus am Markt zum Fliegen bringen. Auf welche Weise das geschehen soll, erläutern Michael Kleist, bislang Director Datacenter Partner Sales (seit kurzem Director End User Computing) bei Novell Zentraleuropa, und Maritta Hartl, Vertriebs-Direktorin bei Magirus Deutschland, im Interview mit IT-BUSINESS.

ITB: Wozu benötigt ein Kunde Platespin, wenn er beispielsweise VMwares vCenter nutzt, um seine virtuellen und teilweise auch seine physischen Systeme zu verwalten?

Kleist: Historisch kommen wir aus der VMware-Welt: Unsere Tools wurden genutzt, um die Migration von physischen auf virtuelle Systeme, von virtuellen zu virtuellen und umgekehrt von virtuellen zu physischen Systemen zu bewerkstelligen. Inzwischen haben wir uns aber aus dem Schatten von VMware herausgelöst. Die Hauptunterschiede bestehen darin, dass wir erstens eine plattformübergreifende Management-Lösung anbieten, denn wir unterstützen alle gängigen Hypervisoren. Obendrein unterstützen wir auch alle Linux-Betriebssysteme, neben Suse beispielsweise Solaris und Red Hat. Hinzu kommt zweitens, dass Platespin auch die Migration von virtuellen Systemen zurück auf die physikalische Hardware erlaubt: Das ist beispielsweise mit VMwares vCenter nicht möglich. Und drittens bieten wir inzwischen alle Tools an, die nötig sind, um alle Bereiche eines Rechenzentrums zu managen.

ITB: Ist denn der Weg zurück auf physische Systeme überhaupt nötig?

Kleist: Ja, beispielsweise dann, wenn ein Anwender eine Applikation auf einem virtuellen System testet, um sie anschließend auf dem physischen System einzusetzen. Außerdem schließen sich vCenter und Platespin ja nicht aus. Denn bestimmte Funktionen von vCenter können auch unter Platespin genutzt werden. Platespin stellt hier ergänzende Funktionen bereit, die vCenter nicht abdeckt, beispielsweise bei der Online-Migration.

ITB: Das wäre zum Beispiel bei Umzügen hilfreich?

Kleist: Ja, denn man kann mit Platespin parallel Tests fahren und dann per WAN-Leitung die kompletten Services migrieren. Die vCenter-Tools übernehmen dafür andere Aufgaben.

ITB: VMware ist nach wie vor der Platzhirsch, wenn es um die Virtualisierung geht. Weshalb ist Ihnen die Offenheit für alle Plattformen so wichtig?

Kleist: Microsofts Hyper-V und Citrix Xen holen hier massiv auf. Unserer Erfahrung nach nutzen 40 Prozent aller Unternehmen, die virtualisieren, die Technologie von durchschnittlich zwei bis drei Anbietern. Der Kunde muss sich mittlerweile nicht mehr an einen Anbieter binden, er hat die Wahlmöglichkeit. Indem wir alle Plattformen unterstützen, garantieren wir dem Endkunden Investitionsschutz – egal, für welche Technologie er sich künftig entscheidet.

Wie Novell-Distributionspartner Magirus seine Reseller beim Vertrieb ganzheitlicher Lösungen unterstützt, erläutern Michael Kleist und Maritta Hartl auf der nächsten Seite.

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