26.01.2007 | Redakteur: Regina Böckle

Die Hiobsbotschaft erreichte die Belegschaft des Braunschweiger Herstellers Yakumo Ende Februar am Abend vor der CeBIT-Preview: Das Unternehmen wird die meisten der insgesamt rund 50 Mitarbeiter entlassen, die verbleibenden 14 Mitarbeiter werden noch bis Ende April die Bestandsware verkaufen und in Zusammenarbeit mit Dienstleistern sämtliche Garantie- und Gewährleistungs-Services für diese Geräte erfüllen. Der CeBIT-Auftritt wurde abgesagt.
Wie es mit dem vor sieben Jahren gegründeten Unternehmen künftig weiter geht, ist derzeit noch nicht klar. Wie Geschäftsführer Dr. Jürgen Rakow gegenüber IT-BUSINESS erklärte stehe fest, dass »Yakumo nicht in die Insolvenz geht und nicht liquidiert wird«. Man lote momentan verschiedene Optionen mit möglichen Investoren aus, um das Unternehmen wiederzubeleben. »Die Firmen bleiben bestehen und die Händler brauchen keine Sorge zu haben, dass die Gewährleistungs- und Garantieansprüche nicht erfüllt werden«, sagte Rakow, der außerdem versprach, der Branche erhalten zu bleiben.
Sowohl die Entlassungen als auch die derzeitige Einstellung der Produktion erfolgen einen Monat, nachdem Maxdata sein ursprünglich bekundetes Interesse am Hersteller samt Übernahmeangebot zurückgezogen hatte. Im Laufe der im Oktober gestarteten Übernahmeverhandlungen habe man zusätzliche Informationen erhalten, die erkennen ließen, dass zum einen die Synergieeffekte nicht so hoch ausfallen würden wie ursprünglich erwartet. Zudem würde das angestrebte Wachstum von Yakumo mehr Liquidität binden als geplant, begründete Maxdata-Chef Thomas Stiegler den Rückzug Mitte Dezember.
Gegenüber der Fachpresse stellte der Maxdata-Geschäftsführer jedoch klar, dass man allerdings weiter an dem Plan festhalte, ins Privatkundensegment einzusteigen. „Unsere Strategie ist weiterhin richtig, nicht richtig aber ist das Mittel, dies über einen Einstieg bei Yakumo zu tun“, so Stiegler.
Man werde nun überlegen, wie man die Strategie anderweitig umsetzen könne. Er betonte zudem, dass es keinen Liquiditätsengpass bei Maxdata gebe. „Das Unternehmen selbst ist hinreichend finanziert und hat gute Kreditlinien“. Der Vorstand habe aber neue Erkenntnisse bezüglich Yakumo in einen angemessenen Entschluss umgesetzt und sich darauf verständigt, die vorhandenen Ressourcen nicht im Übermaß durch den Kauf zu binden, sondern in die Kernbereiche von Maxdata zu investieren.
Was aus Yakumo-Großhändler Adam Riesig werden soll, der mehr als nur den Firmensitz mit dem Hersteller teilt, ist ebenfalls noch unklar. Die Firma bleibe ebenso bestehen wie Yakumo, sagte Rakow dazu.
Das 2001 als Vobis-Tochter gegründete und seit 2004 selbstständig agierende Unternehmen generierte den Löwenanteil des Umsatzes mit Yakumo-Produkten, den kleineren Teil mit der Supplies-Eigenmarke Cybis.
Der Yakumo-Anteil lag 2003 bei 60 Prozent und sollte langfristig auf 85 Prozent steigen. Der Versuch des Großhändlers, dieses Kerngeschäft mit der Distribution von A-Brand-Artikeln – vor allem Druckern und Zubehör – zu erweitern, war Anfang 2005 gescheitert. Im Mai desselben Jahres trennte man sich von 17 der rund 100 Mitarbeiter und verabschiedete sich von der Subdistribution.
Ab Juni 2006 konzentrierte sich Adam Riesig wieder ganz auf die Eigenmarken Yakumo und Cybis. Im Zuge der Umstrukturierungen wurde das Lager vom jetzigen Standort Aachen nach Aue zum Dienstleister Bestland PSL verlegt.
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