21.08.2008 | Redakteur: Harry Jacob
Der Insolvenzverwalter von Maxdata, Rechtsanwalt Dr. Andres, hatte lange gehofft, dass Maxdata weitgehend erhalten werden kann. Doch nun ist klar: Die Fertigungstochter Manulogs am Hochlohn-Standort Deutschland wird die Insolvenz nicht überleben. Für die Marken Maxdata und Belinea soll es dennoch weitergehen: Quanta-Tochter Quanmax wird auch hier investieren.
Die Auskünfte, die Dr. Dirk Andres, Mitarbeiter des Maxdata-Insolvenzverwalters, geben kann, sind naturgemäß dürftig: »Wir befinden uns in der Endphase der Vertragsverhandlungen mit einem Investor. Das Insolvenzverfahren, das nötig ist, um den Deal abzuschließen, wird am 1. September eröffnet.« Doch in Marl und Würselen pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Quanta wird über die Beteiligung Quanmax auch in eine deutsche Marke investieren, nach den Engagements in die österreichischen Marken Chiligreen und Gericom.
Am Dienstag gab es eine Mitarbeiterversammlung bei Maxdata, in der über die aktuellen Entwicklungen berichtet wurde. Der Schock: für die Fertigungstochter Manulogs gibt es kurzfristig keine Zukunft. Sie muss geschlossen werden. Die 360 Mitarbeiter, die davon betroffen sind, kommen voraussichtlich übergangsweise in einer Transfergesellschaft unter. Erste Gespräche mit neuen potenziellen Arbeitgebern habe es schon gegeben, war zu hören. Aber auch in anderen Unternehmensteilen wurde die Belegschaft in den vergangenen Wochen reduziert.
Wie unternehmensnahe Kreise weiter berichten, soll der Betrieb ansonsten erst einmal weitergehen, insbesondere auch bei der SLP Solution, der Service-Tochter von Maxdata. Die kämpft zwar trotz aller Beteuerungen der Lieferanten offensichtlich immer wieder mit Nachschubproblemen bei Ersatzteilen. Doch das könnte sich schnell ändern, wenn der Investor den laufenden Betrieb finanziert und nicht mehr per Vorkasse bezahlt werden muss. Dann sind die Lieferanten wieder geneigt, bestellte Ware im Lager zu blocken und zügig auszuliefern.
Der nächste Schritt in der Maxdata-Geschichte ist die Insolvenzeröffnung zum 1. September 2008 über sämtliche Maxdata-Gesellschaften, die noch nicht geschlossen wurden, sowie die Unterzeichnung eines Vertrags mit Quanmax, einer Quanta-Tochter, an der unter anderem auch die Kontron AG beteiligt ist. Durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bekommt der Insolvenzverwalter die Möglichkeit, Unternehmensteile zu veräußern und damit den Investor ins Boot zu holen. Der Betrieb wird deshalb aber nicht eingestellt, sondern kann normal weiterlaufen. Ausnahme ist Manulogs, die Fertigungsstätte in Würselen. Hier ist bereits klar, dass der Investor Quanta, der ausreichend Kapazitäten in Taiwan besitzt, kein weiteres Geld in die überdimensionierte, nie ausgelastete Produktion steckt.
Ab der Vertragsunterzeichnung hat dann der Investor das Sagen. Für die Fachhandelspartner am spannendsten ist die Frage, wie Quanta/Quanmax mit den Service-Ansprüchen der sogenannten »Altgeräte« umgeht, also jener Produkte, die vor dem 25. 6. 2008, dem Tag des Insolvenzantrags, verkauft wurden. Gerade Serviceverlängerungen für Server hatten die Partner noch reihenweise im Frühjahr verkauft. Im schlimmsten Fall bleiben sie nun auf Ansprüchen sitzen, die bis zu fünf Jahre in die Zukunft reichen. Aussagen dazu sind allerdings nicht vor dem 1. September zu erwarten, und auch danach ist fraglich, wie schnell der Investor sich zu diesem Thema äußert.
Wie es mit den Marken Maxdata und Belinea weitergeht, lesen Sie auf der nächsten Seite.
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