Schwäbischer Virtualisierungsanbieter übernommen

Sun kauft Virtualbox-Anbieter Innotek

15.02.2008 | Redakteur: Stefan Riedl

Innotek – das neue Mitglied in der Sun-Familie – bringt die VirtualBox in die Gemeinschaft ein.

Zwei Open-Source-Anhänger haben sich gefunden: Sun ergänzt mit dem Kauf von Innotek, dem Anbieter des 20 Megabyte großen Virtualisierungstools »Virtualbox« sein reales Produktportfolio. Insbesondere für Suns xVM-Serverfamilie stellt das Virtualisierungswerkzeug eine gute Ergänzung dar.

Sun Microsystems bezeichnet sich selbst gerne als »Technologie-Unternehmen«. Wer diese Geschäftsstrategie leben will, darf neue Technologietrends nicht nur irgendwann aufgreifen, sondern muss sie selbst entwickeln und auf der ersten Welle eines Produktlebenszyklus surfen. Eine Technologie, die seit geraumer Zeit für besonders viel Furore sorgt und IT-Konzepte mehr prägt als andere Trends, ist die Virtualisierung. Zwar hat auch Sun dieses Thema groß auf der Agenda, aber eher Server- und Betriebssystem-seitig. Deswegen ist der Kauf des schwäbischen Software-Herstellers Innotek GmbH nur ein konsequenter Schritt. Das Unternehmen hat Virtualisierungstechnologie-Produkte im Portfolio und trägt gleichzeitig – wie Sun – den Open-Source-Gedanken im Herzen.

Voraussichtlich im dritten Sun-Quartal 2008 soll alles über die Bühne gegangen und Innotek Teil des Sun-Konzerns geworden sein. Der Hersteller der Open-Source-Virtualisierungsoftware Virtualbox hilft Sun dabei, die xVM-Plattform auf Desktop-Ebene zu ergänzen. Mit der Virtualbox bietet Sun künftig ein Produkt an, das bestens mit der xVM-Serverfamilie korrespondiert. Besagte VirtualBox ist ein vergleichsweise schlankes Virtualisierungstool in Form eines weniger als 20-MB-großen kostenlosen Downloads. Die VirtualBox unterstützt PCs mit Windows 3.1 bis Vista, Linux 2.2, 2.4 und 2.6, Solaris x86, OS/2, Netware und DOS. Seit Januar 2007 wurde sie über vier Millionen mal heruntergeladen.

Open-Source-Anhänger unter sich

Sun Microsystems setzt seit nunmehr zwei Jahren voll auf die Open-Source-Philosophie. Vom Solaris-Betriebssystem über die Programmiersprache Java, die Open-Office-Suite bis hin zur Architektur der Sparc-Prozessoren ist alles offen gelegt und einsehbar. Sun fungiert als Zulieferer der quelloffenen Softwareszene, die sich rund um Linux etabliert hat. Mit Star Office und der Unterstützung von Open Office stellt Sun das Büropaket mit der größten Verbreitung unter Linux, mit der Unterstützung von Gnome treibt Sun die wichtigste grafische Oberfläche voran. In Sachen Web-Browser wirkt Sun am Mozilla-Projekt mit, und bei den Web-Servern ist die Firma im Rahmen der Apache Foundation aktiv. Überdies liefert Sun kostenfreie Entwicklungsumgebungen und arbeitet an vielen Ecken und Enden mit der Open-Source-Entwickler-Community zusammen.

Solaris in der Virtualisierung

Vor etwa einem Jahr hat Sun bereits Solaris auf den Einsatz im Virtualisierungsumfeld getrimmt. Das zu Sparc- und x64/x86-Architekturen kompatible Betriebssystem unterstützt seither logische Domains und damit den Betrieb von bis zu 32 Betriebssysteminstanzen auf einem Fire-T1000-Server.


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