30.11.2010 | Redakteur: Harry Jacob
Kommende Woche wird die EU-Kommission ihr Verfahren gegen illegale Preisabsprachen zwischen mehreren Display-Herstellern abschließen. Fünf von ihnen drohen empfindliche Geldbußen.
Weltweit gibt es nur noch wenige Hersteller, die LCD-Panels produzieren. Wer TV-Geräte, Notebooks, All-in-One-PCs, Smartphones, Tablets oder ähnliches herstellt, ist darauf angewiesen, sich bei den verbliebenen Anbietern einzudecken. Und da die Alternativen begrenzt sind, ist auch der Spielraum für Preisverhandlungen eingeschränkt. Doch wie im Sommer 2009 herauskam, waren die Kunden quasi chancenlos: sechs Anbieter sollen sich abgesprochen und so die Preise künstlich hochgetrieben haben.
Seit Juli 2009 hatten die europäischen Kartellwächter gegen die beteiligten Firmen ermittelt. Am 8. Dezember soll nun die Entscheidung bekanntgegeben werden. Ist eine Schädigung der Kunden nachzuweisen, wird die EU-Kommission Bußgelder verhängen, die sich an der Höhe des entstandenen Schadens orientiert. So sollen ungerechtfertigte Gewinne abgeschöpft werden.
Bereits zwei Jahre zuvor war schon einmal ein Kartellverfahren gegen LCD-Hersteller abgeschlossen worden. Damals mussten die Unternehmen LG Display, Sharp und Chungwa 585 Millionen US-Dollar an das US-Justizministerium überweisen.
Wie nun vorab bekannt wurde, gehören im jüngsten Fall die Hersteller LG Display, AU Optronics und Chi Mei Optoelectronics zu den Beschuldigten. Sie hatten bereits zugegeben, dass in der Sache gegen sie ermittelt wird. Auch Chunghwa Picture Tubes und HannStar Display müssen wohl mit Strafen rechnen. Einzig Samsung kann darauf hoffen, straffrei aus dem Verfahren herauszugehen. Denn die Koreaner genießen eine Art Kronzeugenschutz – sie hatten zur Aufklärung des Kartells beigetragen.
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