Streit um gebrauchte Software zwischen Usedsoft und Microsoft schlägt auf die Kunden durch

Microsoft schränkt Benutzung »auffällig gewordener Produktkeys« ein

11.08.2008 | Redakteur: Harry Jacob

Der Softwarekonzern will »ein Zeichen setzen« und hat die Nutzung bestimmter Produktkeys, mit denen Microsoft-Produkte freigeschaltet werden, gesperrt. Hintergrund ist der Streit mit Gebrauchtsoftware-Händlern wie Usedsoft. Dessen Geschäftsführer Peter Schneider nennt die Aktion von Microsoft eine »Verdrehung von Tatsachen.

Nach Testkäufen und durch die Informationen von Kunden hat Microsoft festgestellt, dass bei verschiedenen Unternehmen die Aktivierung von Software mit identischen Produktkeys vorgenommen wurde. Für den Redmonder Softwarekonzern weist dieser Umstand »deutlich auf Unregelmäßigkeiten bei der Übertragung von Nutzungsrechten aus Volumenlizenzen« hin. Deshalb habe man die betroffenen Produktkeys gesperrt, was zu Einschränkungen der Nutzung führe, erklärte Dorothee Belz, Director Law and Corporate Affairs und Mitglied der Geschäftsleitung der Microsoft Deutschland GmbH. Damit wolle man ein Zeichen setzen und die Unternehmen, die sich oft nicht bewusst seien, nicht rechtmäßig lizenziert zu sein, auf das Problem aufmerksam machen.

Grundlage für das Vorgehen liefert ein Urteil, das am 3. Juli 2008 vom Oberlandesgericht München gefällt wurde. Dieses befasste sich allerdings nicht mit Microsoft-, sondern mit Oracle-Lizenzen (Az. 6 U 2759/07, IT-BUSINESS berichtete ausführlich über die unterschiedlichen Sichtweisen von Microsoft und Usedsoft). Trotzdem ist Microsoft der Meinung, dass dieses Richterspruch auch den Handel mit Microsoft-Lizenzen einschränke und dieser nur dann rechtswirksam sei, wenn der Hersteller – also Microsoft – der Übertragung zustimme.

Warnung und Hilfe

Der Softwarekonzern will mit der Sperrung der Produktkeys gegen den »urheberrechtswidrigen Handel mit gebrauchten Softwarelizenzen vorgehen«, warnt aber auch vor »gefälschten Datenträgern, unechten Handbüchern, Echtheitszertifikaten sowie Lizenzurkunden, die nicht vom Hersteller der Software ausgestellt wurden«. Auch im Zusammenhang mit Gebrauchtsoftware gelte: »Selbstgedruckte Lizenzurkunden oder notarielle Bestätigungen versprechen keine Rechtssicherheit. Sie sind kein juristisch gültiger Lizenznachweis«, bekräftigt Microsoft-Justiziarin Dorothee Belz. Sie verweist auf den kostenlosen Microsoft Produktidentifikationsservice (PID-Service), der Händlern und Endkunden Hilfestellung biete, wenn die Echtheit von Produkten im Zweifel steht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Gebrauchtsoftware-Händler Usedsoft Microsoft vorwirft, die Tatsachen zu verdrehen.

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