04.07.11 | Redakteur: Sarah Maier

Im vergangenen Geschäftsjahr steigerten die Expert-Fachhändler ihren gemeinsamen Umsatz um 10,5 Prozent. Doch die Japan-Katastrophe geht auch an der Kooperation nicht vorbei.
Bei Expert freut man sich derzeit über die positiven Bilanzzahlen. Das sechste Jahr in Folge konnte der Fachhandelsverbund ein Umsatzplus einfahren. Dieses Mal übertraf der Innenumsatz, der aus dem Einkauf der angeschlossenen Händler resultiert, das Vorjahr um 10,5 Prozent und betrug somit 1,89 Milliarden Euro. 2010 beliefen sich die Zahlen auf ein Plus von 10,2 Prozent im Vorjahresvergleich und 1,71 Milliarden Euro. Die Gesamtbonus-Ausschüttung beträgt im Geschäftsjahr 2010/2011 182,7 Millionen Euro (Vorjahr 169,1 Millionen Euro). Es wird eine Dividende von 235,50 Euro pro Aktie ausgezahlt.
„Wir freuen uns, dass wir die hervorragenden Zahlen des letzten Geschäftsjahres, die maßgeblich vom Flat-TV-Boom geprägt wurden, noch einmal übertreffen konnten“, resümierte Volker Müller, Vorstandsvorsitzender bei Expert. „Natürlich trug die Fußball-WM und damit verbunden die gezielten Werbemaßnahmen ihren Teil zu diesem Erfolg bei. Wirklich ausgezahlt haben sich aber vor allem die massiven Investitionen in die Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen unserer Mitarbeiter und somit die Steigerung der Beratungs- und Service-Qualität. Das Thema Qualifizierung steht für uns auch zukünftig im Mittelpunkt, um für unsere Kunden glaubwürdig das ‚Fach’ in ‚Fachmarkt’ erlebbar zu machen.“
Der Bereich Consumer Electronics, war mit einem Anteil von 60,8 Prozent der mit Abstand wichtigste Umsatzträger. Hier wiederum bildeten das wichtigste Teilsegment die TV-Geräte, die einen Umsatzanteil von 41,3 Prozent ausmachten. „In keinem anderen Segment steckt so viel Dynamik“, erklärt Volker Müller. „Mittlerweile strahlen fast alle relevanten Sender HD-Inhalte aus, was natürlich die Kundennachfrage beflügelt. Darüber hinaus gewinnen hybride TV-Geräte, die Internet und Fernsehen miteinander verschmelzen, sowie 3D-fähige Geräte immer mehr an Bedeutung.“ Auch die verwandten Bereiche HiFi, digitale Set-Top-Boxen sowie Blu-ray profitieren von der ungebrochenen Faszination für brillante Fernsehbilder.
Rückläufig hingegen entwickelten sich MP3-/MPEG4-Player, Navigationsgeräte sowie Digitalkameras. Diese Produktgruppen leiden unter dem Vormarsch der Smartphones, die all diese Funktionen vereinen und für viele Verbraucher mittlerweile ausreichende Qualität liefern.
Eine ungebrochen große Nachfrage herrscht zudem nach Smartphones und Tablet-PCs. Ausschlaggebend waren hier vor allem Apple-Produkte. „Die befürchtete Kannibalisierung zwischen Tablet-PCs und Note- sowie Netbooks ist ausgeblieben. Note- und Netbooks gehören weiterhin zum Kerngeschäft der Expert-Fachmärkte“, betont der Vorstandsvorsitzende.
Dem allgegenwärtigen Preisverfall setzt das Expert-Lagergeschäft die Abwicklung neuer Lieferanten und Geschäftsfelder entgegen. So verzeichnete der Großhandel mit den Gesellschaftern eine Umsatzsteigerung von 11,4 Prozent auf 709,9 Millionen Euro. „Wie bei unseren Händlern, die für den gleichen Umsatz immer mehr Produkte verkaufen müssen, wirkt sich auch im Lagergeschäft der Preisverfall dadurch aus, dass für den gleichen Umsatz immer größere Stückzahlen und damit Tonnage abgewickelt werden müssen“, führt Stefan Müller, Vorstand bei Expert, aus. Dabei sei das Expert-Entertainment-Lager in Langenhagen besonders gut aufgestellt. Hier wurden im vergangenen Geschäftsjahr 650.000 Euro in die Modernisierung der Sortieranlage investiert.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg die Zahl der Expert-Fachmärkte mit mindestens 800 Quadratmetern Verkaufsfläche von 193 auf 209. Damit belegt Expert bei Läden dieser Größenordnung Rang zwei gleich hinter Media Markt. Bei den kleineren Expert-Betrieben erhöhte sich die Zahl von 430 auf 439. Die Gesamtverkaufsfläche macht derzeit 365.000 Quadratmeter aus und wuchs somit im Vorjahresvergleich um 20.000 Quadratmeter.
Die Zahl der Gesellschafter sank von 243 auf 238, wobei die Betriebe zum größten Teil von anderen Expert-Gesellschaftern übernommen und weitergeführt wurden. Beispielsweise wurden die beiden Fachmärkte der Octomedia GmbH & Co KG in Rastatt und Bühl von der Expert-Gruppe übernommen und als neue Tochterfirma unter dem Namen Expert Octomedia GmbH eingegliedert.
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