Server based Computing

Tipps zum Einstieg

09.01.2007 | Autor / Redakteur: IT-Business/ Katariina Hoffmann-Remy / Katariina Hoffmann-Remy

Das wachsende Segment Thin Computing weckt immer mehr Interesse. Hier sind einige grundlegende Aspekte, die Einsteiger berücksichtigen sollten.

Obwohl die Thin-Computing-Sparte eine Hochkonjunktur erlebt, ist die Aufmerksamkeit des Kunden für die Thematik zu wecken.

Zielgruppe

Ein guter Start ins Server-based-Computing-(SBC)-Geschäft erfordert zunächst, nach der passenden Zielgruppe Ausschau zu halten. Zwar können auch kleine Firmen mit zehn Arbeitsplätzen von Applikationszugangslösungen à la SBC profitieren – und hier gibt es mittlerweile auch erschwingliche Lösungen – aber das Einsparpotenzial ist besonders für den gehobenen Mittelstand und für Großkunden hoch. Dort, wo die Netzwerkstruktur von Natur aus Filialen einbindet, sind SBC-Konzepte geeignet. Dies trifft auf Versicherungen, Supermärkte und den Einzelhandel zu. Einen guten Grund, sich für Thin Clients zu interessieren, haben Bibliotheken, Betreiber von Lesesälen oder Computerräumen in Universitäten: Thin Clients sind leise im Betrieb. Das Gesundheitswesen im Allgemeinen und speziell Krankenhäuser sind prädestiniert für SBC, weil Patientendaten oft auf mehreren Stationen zugänglich sein müssen.

Gesprächsaufhänger

Den Kostenvorteil ins Spiel bringen! Thin Clients sind aufgrund des verlängerten Lebenszyklusses von drei bis acht Jahren versus zwei bis drei Jahre beim PC günstiger. Hardwareschäden sind aufgrund des Blackbox-Charakters der Thin Clients selten und Service- und Supportkosten geringer: das Management erfolgt zentral auf dem Server. Erwähnenswert ist ebenso der Aspekt des Investitionsschutzes: Thin Clients benötigen einen Bruchteil der Bandbreite eines PCs, dadurch ist ein Umstieg auf Gigabit-Ethernet-Infrastrukturen oft nicht erforderlich. Im Gespräch sollte auch die Virenproblematik auf den Tisch kommen, weil diese mit Thin Clients kein Problem mehr darstellt.

Negativ-Argumente

Auf Gegenwind sollte man sich vorbereiten. Chefs befürchten, Mitarbeiter würden sich ungern von gut ausgestatteten Rechnern trennen. Branchenprofis empfehlen deshalb, Anwender in die Entscheidungsprozesse einzubinden, die Vorteile für das Unternehmen aufzuzeigen und Bedenken mit dem Hinweis zu beschwichtigen, dass viele lokale Anwendungen auch innerhalb einer SBC-Umgebung zu nutzen sind. Häufig wird bemängelt, Thin Clients seien ebenso teuer wie Desktop-PCs. Dazu kann man sagen: Neben den Anschaffungskosten spielen der lange Lebenszyklus, geringerer Stromverbrauch (siehe auch Seite 50) und ein problemloser Geräteaustausch im Falle eines Hardwaredefekts eine Rolle.

Zusatzgeschäft

Reseller, die Kundensysteme via Remote warten, sind von kleinen Firmen gefragt. Weiteres Geschäft lässt sich über Beratungsleistung erzielen. Dazu gehört die Konzepterstellung, die Testunterstützung und die Implementierung. Ein Add-on ist auch eine Drucklösung. Drucken ist in SBC-Umgebungen ein wichtiges Thema, zumal, wenn Außenstellen und Homeoffice angebunden werden sollten. Die Druckdaten müssen noch einmal zusätzlich komprimiert werden, um Bandbreitenengpässe zu verhindern.

Nötiges Know-how

Wer große Projekte mit tausenden Usern im Kopf hat, muss langjährige Erfahrung mitbringen. Projekte in kleinen Unternehmen, etwa auf Basis der Terminal Services oder Citrix Essentials, lassen sich vom Reseller nach zwei Projekten verinnerlichen. Ein Tipp von André Uphues, Marketing-Manager bei Thinner Technology: »Eine Testumgebung zu betreiben, macht Sinn.«

Was schief gehen kann

Das Thema Drucken wird häufig vernachlässigt. Schickt ein Mitarbeiter einer Niederlassung einen Druckjob ab, können seine Kollegen nicht auf Anwendungen in der Zentrale zugreifen, da die gesamte Leitungskapazität von Druckdaten belegt ist. Der Kunde ist berechtigterweise unzufrieden. Sein Budget ist zu diesem Zeitpunkt oft erschöpft, so dass er sich zunächst mit der Lösung abfinden muss.

Wie es gelingt

Wer mit Thin Computing mehr aus seinem Geschäft machen will, mag an den Worten André Uphues‘ gefallen finden: »Die tägliche Vertriebsaufgabe ist wichtig, das heißt, schnell reagieren, Anfragen nachverfolgen, guten Support bieten«.


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