Umweltbewusstsein der IT-Hersteller

Mehr als eine Marketing-Idee

25.01.2007 | Redakteur: Katharina Krieg

Annegret Agricola, Bereichsleiterin bei der Deutschen Energie-Agentur für Energieeffizienz im Elektrizitätsbereich

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) sucht mit der Initiative Energieeffizienz nach umweltbewussten IT-Händlern. IT-BUSINESS sprach mit Annegret Agricola von der Dena über die Kampagne.

ITB: Wie beurteilen Sie das sich verstärkende Engagement der Hersteller in Sachen Energieeffizienz?

Agricola: Eine zentrale Rolle spielen die wachsenden Energiekosten mit der steigenden technischen Ausstattung der Haushalte. Wir begrüßen das Engagement der Hersteller, da die Energieeffizienz für den Kunden immer mehr zum Kaufkriterium wird. Das als eine Marketingidee der Hersteller abzutun, mit der sie Geräte teuer verkaufen können, wird der Relevanz der effizienten Energienutzung nicht gerecht. Besonders in der IT- und Unterhaltungselektronik bedeutet teuer nicht gleich energieeffizient.

ITB: Anhand welcher Gerätegruppen wird eine Ineffizienz besonders deutlich?

Agricola: Bei Computern gibt es Verbrauchsunterschiede von über 100 Prozent. Hier ist gute Beratung durch den Händler besonders wichtig, damit der Kunde zum einen nicht überdimensionierte Geräte kauft, und zum anderen ein stromeffizientes Gerät überhaupt identifizieren kann. Ein Beispiel aus der Unterhaltungselektronik: Viele Set-Top-Boxen haben keinen echten Ausschalter, sie verbleiben aus Unkenntnis der Folgekosten nach dem Fernsehen häufig nicht nur im Stand-by, sondern angeschaltet.

ITB: Wie profitieren IT-Händler von der Kampagnenpartnerschaft mit der Initiative Energieeffizienz?

Agricola: Wir bieten ihnen einen Beratungsvorsprung. Mit Hilfe unserer kostenlosen Informationsmaterialien können die Händler ihre Kunden umfassend und zielgerichtet beraten. Das Kampagnendesign ermöglicht es ihnen, bei den Kunden einen Wiedererkennungseffekt zu erreichen. Auch die Händlerdatenbank unserer Internetseite macht Verbraucher, die auf der Suche nach kompetenter Beratung sind, auf ihr Geschäft aufmerksam.

ITB: Wie kann der Händler dem preisgetriebenen Kunden ein energiesparendes Gerät schmackhaft machen?

Agricola: Indem er deutlich macht, das der Kaufpreis nur die eine Seite der Medaille ist. Die andere Seite sind die Betriebskosten. Ein flacher 19-Zoll-Bildschirm verbraucht beispielsweise nur 35 Watt im Betrieb, während ein Röhrenmonitor vergleichbarer Größe es auf über 100 Watt bringen kann. So lassen sich die Mehrkosten bei der Anschaffung schnell wieder reinholen.


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