Studien und Statements von The Hackett Group, Agresso und Gartner

Berater und Hersteller warnen vor zu starken Einschnitten bei IT-Budgets

09.04.2009 | Redakteur: Katrin Hofmann

Der Druck auf die Ausgaben für Hard- und Software wird größer.

Für Firmen, die wegen der aktuellen Wirtschaftssituation ihrer vermeintlich aufgeblähten IT zu Leibe rücken, könnte sich ein Schnellschuss negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken. Davon ist die Unternehmensberatung The Hackett Group ebenso überzeugt wie der ERP-Hersteller Agresso. Dennoch gibt es Optimierungspotenziale, die unter anderem mit regelmäßigem IT-Benchmarking genutzt werden können, wie Gartner mitteilt.

Wenn Kürzungen der IT-Budgets zu drastisch ausfallen, kann dies die Innovationskraft und die Fähigkeit, Kosten zu senken untergraben. Davon ist die weltweit tätige Unternehmensberatung The Hackett Group überzeugt. Zwar hätten deutsche Firmen einen wachsenden Bedarf an simplerer IT. Auch könnten durch Befreiung der IT von unnötiger Komplexität Einsparungen von bis zu 30 Prozent oder sogar darüber erzielt werden. Allerdings könne sich »eine unüberlegte Schlankheitskur schnell zur Diät mit Yo-Yo-Effekt« entwickeln, warnt Christian Kayser, Director von The Hackett Group Deutschland.

Ein »übertriebener Kostendruck« sei außerdem »sinnlos«. Zeige doch der Vergleich von Finanzdaten von zirka 500 Firmen weltweit, dass besonders gut aufgestellte Unternehmen nur unmerklich weniger Geld pro IT-Nutzer ausgeben als weniger finanzkräftige Betriebe. Vielmehr sparen starke Firmen demnach vor allem im Finanzressort, dem Einkauf und im Personalwesen.

Alarm schlägt Dieter Große-Kreul, Geschäftsführer des ERP-Herstellers Agresso in Anbetracht der kürzlich veröffentlichten Negativprognose von Gartner für die IT-Umsätze 2009. »Sparen wird sich direkt auf die Innovationsfähigkeit der Firmen auswirken, denn an den laufenden Kosten können sie meist nicht einsparen,« ist er überzeugt. Die Folgen von niedrigeren IT-Budgets seien folglich mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, sinkender Absatz und weniger Umsatz.

Um die Ausgaben in einem überschaubaren Rahmen zu halten, bietet sich unter anderem regelmäßiges IT-Benchmarking an. Eine Untersuchung von Gartner, die von 2003 bis 2008 durchgeführt wurde, fand heraus, dass Organisationen, die Benchmarking systematisch genutzt haben, um 19 Prozent geringere Kosten aufweisen als solche, die dieses Mittel nicht nutzten, beziehungsweise solche Projekte nur sporadisch oder in einigen wenigen Segmenten implementiert haben.

Niedrigere Aufwendungen für Hardware und gedeckelte Software-Kosten in Verbindung mit steigender Produktivität sind demzufolge zu erreichen. Gartner-Analyst Michael Campbell: »Die Applikationsentwicklung, die Wartung von Anwendungen und das Hosting zählen neben der Infrastruktur und dem Betrieb zu den Bereichen mit den höchsten IT-Ausgaben. Hier bietet sich Potenzial zur Kostensenkung – trotz kontinuierlicher Fortschritte in der Prozess-Effizienz und den Einflüssen durch Outsourcing in den vergangenen Jahren.« Einschränkend zu diesen Studienergebnissen ist allerdings anzumerken, dass Gartner selbst Benchmarking-Services anbietet.

Definition IT-Benchmarking

IT-Benchmarking ist eine Strategie beziehungsweise Managementmethode. Dabei wird die IT-Performance mit der anderer Firmen entweder derselben Branche oder branchenübergreifend verglichen, um daraus Rückschlüsse zu ziehen.


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