19.10.2011 | Autor / Redakteur: Dietmar Müller / Ulrike Ostler

Eine der größten Herausforderungen für Leiter von Rechenzentren ist das Management des ungezügelten Wachstums unstrukturierter Daten. Eine neue Studie von IDC hat ergeben, dass sich das Datenvolumen alle zwei Jahre verdoppelt. Noch in diesem Jahr wird es die 1,8-Zettabyte-Marke erreichen. Wie gehen die Betreiber von Rechenzentren mit diesen Unmengen an Daten um?
„Vereinfacht gibt es zwei Arten dem Datenwachstum entgegenzutreten: Management und Content-Analyse sowie höhere Kapazitäts-Utilisierung“, urteilt IBM Storage-Experte Ralf Colbus. „Bei dem Ersten haben Sie Möglichkeiten wie Discovery der Assets, Daten-Klassifizierung und eine Einführung von Storage-Strategien, also Archivierung, Tiering und Planungs-Tools. Beim Zweiten steht die Technologie im Vordergrund – also: etwa Virtualisierung, Compression, Thin-Provisioning. Beide Ansätze sind komplementär anwendbar.“
Um all die IT Systeme, vom Server bis zu komplexen Storage-Lösungen, im Rechenzentrum zu betreiben, ist heutzutage also eine umfangreiche Infrastruktur erforderlich. „Diese umfasst neben der Stromzufuhr und dem Überspannungsschutz auch die Stromumschalter, die USV-Anlagen und die Klimatisierungstechnologie sowie Lösungen für ‚remote access and control‘ und Monitoring für die IT-Systeme“, berichtet Wolfgang Goretzki, Market Manager EMEA bei Avocent.
Frank Herold, Manager Presales und Consulting Central & Eastern Europe (CEE) bei Quantum fügt hinzu: „Viele unserer großen Kunden haben Tiered-Storage-Strategien implementiert, um das Datenwachstum bewältigen zu können: hochperformante Fibre Channel Disks für unternehmenskritische Anwendungen, kostengünstigere SATA Disks für seltener benötigte Daten und Backups sowie Tapes für langfristige Datenvorhaltung und Archivierung.“
Der entscheidende Schritt sei die Erkenntnis, dass nicht alle Daten gleichwertig seien und entsprechend dem Nutzungsverhalten und Wert für das Unternehmen klassifiziert werden müsse. Sobald man diese Klassifikation vorgenommen habe, könne man Speicherregeln aufsetzen, um die weniger aktiven Daten auf kostengünstigere Speicherebenen zu schieben.
Damit ist klar: Mit einer Aufstockung der Hardware alleine werden die Rechenzentrumsbetreiber dem Problem nicht her – die stetig aber ungleichmäßig wachsenden Datenberge sorgen beispielsweise für einen variierenden Strombedarf – sie verursachen Lastschwankungen und eine ganz eigene, durch Virtualisierung entstehende Dynamik. Das könnte jederzeit zu Ausfällen führen. Zudem steht die schwankende Wärmeabgabe der IT häufig der Energieeffizienz im Weg.
Ergo: „Zusätzlich zur Hardware sind eine Reihe von Software-Lösungen erforderlich, um alle Infrastrukturkomponenten zu überwachen und aus der Ferne zu steuern, idealerweise aber auch die Optimierung des Energieverbrauchs und der Effizienz der RZ-Verwaltung zu ermöglichen“, so Goretzki von Avocent/Emerson Network Power.
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