03.08.12 | Autor / Redakteur: Phil Goodwin (Übersetzung Nico Litzel) / Nico Litzel

SSDs haben sich im Rechenzentrum etabliert. Fast alle größeren Hersteller spezifizieren heute in ihren Best-Practice-Architekturen eine Tier-0-Speicherebene. SSDs werden dabei in Servern eingesetzt, um deren Leistung zu verbessern und in Speichersystemen, um Boot-Storm-Engpässe zu vermeiden. Allerdings sollte man wissen, wann der Einsatz von SSDs sinnvoll ist und wann nicht.
Keine SSDs verwenden, wenn die Anwendungen nicht lese-intensiv sind: SSDs liefern hervorragende Lese-Zugriffszeiten und können herkömmliche Festplatten hier um das Zehnfache oder mehr übertreffen. Aber nichts ist umsonst, denn SSDs verlieren schnell ihre Vorteile, sobald es ums Schreiben geht: Schreibvorgänge laufen nicht nur relativ träge ab, sondern sie verschleißen auch die SSD-Speicherzellen. Die Speicherzellen haben, bezogen auf Schreibvorgänge, eine durchschnittliche Lebensdauer (nähere Angaben finden Sie in den technischen Unterlagen Ihres Herstellers). Ist diese überschritten, dann brennen die Zellen aus. Die Gesamtleistung der SSD verschlechtert sich, wenn im Laufe der Zeit immer mehr Zellen ausfallen.Letztlich muss die SSD ersetzt werden, um wieder die volle Leistung wiederherzustellen. Das ist – wie wir alle wissen – nicht sonderlich billig. Einige Hersteller bieten umfangreiche Garantien auf ihre Produkte.
Wie sieht nun ein ideales Lese-Schreib-Verhältnis aus? Da wird wohl nicht nur eines geben, aber es sollte idealerweise in einem Bereich von 90 zu 10 starten. Die Anforderungen von Applikationen können einen dazu zwingen, hier Kompromisse einzugehen. Aber Administratoren, die sich auskennen, können dann bewusste Entscheidungen treffen. Wenn das Verhältnis unterhalb von 50 zu 50 liegt, dann ist ganz offensichtlich eine herkömmliche Festplatte die bessere Wahl. Hier wird, aus Sicht der Anwendungs-Performance, die Leseleistung der SSD durch die geringere Schreibleistung aufgewogen.
Wenn SSDs schließlich wegen ihrer Lese-Performance gebraucht werden, die Schreibvorgänge hingegen ein Problem sind, sollte man diejenigen Hersteller in Betracht ziehen, die Wear-Leveling-Mechanismen verwenden und das Ausufern von Schreibvorgängen begrenzen, um die Auswirkungen zu minimieren. Auch die Größe der SSD ist ein Faktor. Wenn man auf kleine billige SSDs setzt, dann sind diese schneller überlastet, denn es gibt weniger Chancen auf rekursive Lesevorgänge.
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