Studien des Bitkom und Scout24 zur Informations-Recherche

Foren, Weblogs und Social-Media-Plattformen beeinflussen Kaufentscheidung

12.03.2010 | Redakteur: Katrin Hofmann

Virtuelles Netzwerken liegt im Trend.

Das so genannte Web 2.0, auch „Mitmachweb“ genannt, beeinflusst zunehmend die Kaufentscheidung von Kunden. Dabei dienen virtuelle soziale Netzwerke überraschenderweise beiweitem nicht nur jüngeren Nutzern als Kommunikations-Plattform. Händler können den Informationsaustausch steuern, denn zahlreiche Kunden informieren sich erst einmal auf den Websites der Anbieter.

Wichtige Entscheidungshilfe, um sich für oder gegen ein Produkt oder eine Dienstleistung zu entscheiden, sind einer Untersuchung des Bitkom zufolge Erfahrungen anderer Kunden. Auf Websites von Händlern, in Foren und sozialen Netzwerken, wie Weblogs, stöbern die Interessenten vor dem Geldausgeben nach Informationen. Jeder zweite Internetnutzer (48 Prozent) liest vor dem Kauf Bewertungen anderer Web-User. 31 Prozent lassen sich nach eigener Aussage dadurch in ihrer Entscheidung beeinflussen. Auch die Selbstbeteiligung im „Mitmachweb“ – das auch Web 2.0 genannt wird – ist keine Seltenheit. 20 Prozent der deutschen Online-User – rund 67 Prozent der Bürger waren laut Erhebung von ARD und ZDF im Jahr 2009 solche – veröffentlichen selbst Bewertungen und Kommentare.

Von allen Deutschen informieren sich 55 Prozent online über Preise und Produkteigenschaften. Die wichtigste Informationsquelle sind die Websites der Hersteller und Händler, die jeder Dritte konsultiert. Ein Forum auf dem eigenen Portal, in dem sich die Kunden austauschen können, kann also durchaus helfen, den Informationsfluss zu steuern. Mit je 29 Prozent folgen Preisvergleichs-Portale und Testberichte, die Online-Medien veröffentlichen. Als weitere Entscheidungshilfen dienen Verbraucherportale (12 Prozent Nutzungsrate) sowie Foren und Blogs (sieben Prozent). „Das Internet hat das Konsumverhalten der Menschen grundlegend verändert“, sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. „Bei Kaufentscheidungen ist das Web Informationsquelle Nummer eins.“

Social-Media-Engagement wird erwartet

Dass Social-Media-Kanäle beiweitem nicht mehr nur als private Kontaktbörse dienen, verdeutlicht auch eine Untersuchung des Online-Marktplatz-Betreibers Scout24. Die Topgründe der Verwendung neuer Web-2.0-Kanäle sind dieser Umfrage zufolge: Kontakt-Management mit Freunden und Bekannten (73 Prozent), Informationen und Meinungen anderer lesen (55 Prozent) sowie Neues erfahren (48 Prozent).

Und: Social Media ist beiweitem nicht nur ein Kommunikationskanal für Jüngere. 61 Prozent der älteren Internetnutzer zwischen 50 und 65 Jahren informieren sich über das Social Web. Jeder dritte Internetnutzer will künftig mit Unternehmen über Social-Media-Kanäle kommunizieren.

Wie wichtig älteren Surfer die Kommentare anderer Kunden sind, zeigt auch die Bitkom-Erhebung. Zwei Drittel der Webnutzer ab 65 Jahren lesen Bewertungen anderer Verbraucher. 39 Prozent geben an, dass diese ihren Kauf beeinflussen.

Für die vom Bitkom beauftragte Untersuchung wurden 1.000 Personen ab 14 Jahre befragt. Bei der Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich. An der Trendbefragung von Scout24 und dem Marktforschungsinstitut Innofact nahmen 1.043 Internetnutzer teil.


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