Gartner empfiehlt den Einstieg in die Anwendungs-Migration nach Windows 7

Microsoft verlängert Downgrade-Recht für Windows XP

19.07.2010 | Redakteur: Harry Jacob

Windows XP hat auf vielen Unternehmens-PCs noch lange nicht ausgedient.

In vielen Unternehmen ist Windows XP noch nicht wegzudenken. Anwendungen, die noch nicht auf Windows Vista und den Nachfolger portiert sind, sowie steinalte Peripherie mit widerspenstigen Treibern sind die Hauptgründe dafür. Diesen Kunden kommt Microsoft nun entgegen.

Schon mehrfach hatte Microsoft das Ende von Windows XP angekündigt. Ursprünglich sollte es sechs Monate nach dem Start des übernächsten Nachfolgers, Windows 7, aus dem Programm genommen werden. Dann hieß es, 18 Monate, gerechnet ab dem 22. Oktober 2009, oder mit erscheinen des Service Packs 1 – je nach dem, welcher Fall früher eintritt. Bereits ab Ende Oktober 2010 sollten OEMs das Recht verlieren, ihre Rechner mit vorinstalliertem Windows XP auszuliefern. Doch das ist nun alles hinfällig.

Auf der weltweiten Partnerkonferenz von Microsoft, der WPC 2010, kündigte der Software-Hersteller nicht nur die Beta-Version des Service Packs 1 für Windows 7 an. Parallel dazu teilte Brandon LeBlanc im Blog von Microsofts Windows-Team mit, dass man den Kunden entgegenkommen wolle, die noch Zeit für die Windows-7-Migration brauchen. Konkret heißt das Angebot von Microsoft: Solange Windows 7 verkauft wird, bleibt das Downgrade-Recht auf Windows XP erhalten.

Doch einige Einschränkungen sind zu beachten. Das Downgrade-Recht gilt nur für die Versionen Professional und Ultimate. Wer solche Windows-7-Lizenzen hat, darf seine Rechner alternativ mit Windows XP ausstatten. Auf jeden Fall sollte dabei der Service Pack 3 (SP3) zum Einsatz kommen, denn für Windows XP SP2 endete der „Extended Support“ am 13. Juli. Ab sofort gibt es dafür keine Sicherheits-Updates mehr.

Ausstieg aus Windows XP vorbereiten

Und auch die Unterstützung für Windows XP SP3 währt nicht ewig. Der „Mainstream Support“ endete zum Jahreswechsel 2008/2009 planmäßig, zwei Jahre nach dem Start von Windows Vista. Sicherheits-Updates gibt es noch bis April 2014 – dann ist endgültig Schluß.

Unternehmen sollten sich aber schon frühzeitig auf den Umstieg vorbereiten, so der dringende Rat der Marktforscher von Gartner. Spätestens Ende 2011 würden zahlreiche Software-Anbieter die Wartung ihrer XP-basierten Anwendungen einstellen, nach 2012 werde wohl kaum noch ein ISV diese Programme pflegen. Dann drohten Unternehmen in eine „XP Danger Zone“ zu geraten, heißt es in einer Präsentation von Gartner zum Thema Windows-7-Migration (PDF). Die Marktforscher raten daher eindringlich, jetzt mit den Vorbereitungen für die Ablösung des bereits neun Jahre alten Betriebssystems zu beginnen und diesen Wechsel auf jeden Fall vor dem Ende des Jahres 2012 abzuschließen.


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