Warum Antivirus, Firewall & Co. nicht mehr ausreichen

Virenschutz stößt an seine Grenzen

07.07.2010 | Redakteur: Andreas Bergler

Der Kampf gegen klassische Viren scheint gewonnen - neue Malware ist jedoch nicht minder bissig.

Die Anzahl neuer Malware nimmt sprunghaft zu. Statt vorgefertigte Lösungen zu bieten, gehen auch die Virenschutz-Anbieter eindeutig in Richtung Services.

Computerviren im klassischen Sinn kommen kaum mehr vor. Die digitalen Schädlinge von einst sollten Dateien oder Systeme infizieren, um sich über deren Ausführung zu verbreiten. Schädliche Programme von heute werden zur finanziellen Unterstützung ihrer Erschaffer verwandt und verbreiten sich quasi „von selbst“. Hierfür kommen unterschiedliche Formen so genannter Malware zum Einsatz. Diese schadbringenden Programme erleben einen regelrechten Boom.

Wachstum als Problem

Der Virenschutz-Anbieter Norman schätzt, dass die Signatur-Datenbanken der Anti-Malware-Anbieter noch in diesem Jahr auf etwa zehn Millionen verschiedene Programme anwachsen werden. Die Zahl der Malware-Patches verdoppelt sich etwa alle neun Monate. Im Zuge des Wildwuchses mobiler Endgeräte galoppiert nicht nur die Zahl neuer Verbreitungswege von Malware davon, sondern auch die Zahl möglicher Schwachstellen in neuen Anwendungen.

Eine reaktive Erkennung, wie sie ein signaturbasierter Virenschutz bietet, schützt nur gegen Malware, deren Pattern in einer Datenbank hinterlegt ist. Die Erstellung einer neuen Signatur gegen eine neue Bedrohung braucht jedoch Zeit – Zeit, in der der Anwender ungeschützt ist. Zudem bremst der wachsende Ressourcenbedarf die Signatur-Datenbanken aus: Je mehr Signaturen produziert werden, desto langsamer arbeitet das Schutz-System. Verhaltensbasierte Lösungen wie die Norman-Sandbox-Technologie oder Prüfsummenverfahren bieten zwar Schutz vor unbekannter Malware, könnnen aber signaturbasierte Verfahren nicht komplett ersetzen, da auch hier Performance-Verluste drohen.

... und als Chance

Für einen soliden Malware-Schutz sind deshalb flankierende Maßnahmen unumgänglich. Anti-Malware-Hersteller empfehlen hierfür unter anderem die Überwachung und Reglementierung von Arbeitsplatz-Rechnern, Einschränkungen bei der Nutzung von Anwendungen oder auch Web-Content-Filter. Der Malware-Schutz bietet Fachhändlern unterschiedlichste Möglichkeiten für weitere Services.


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