05.07.2007 | Redakteur: Katrin Hofmann
Die Schäden, die deutsche Firmen durch Mitarbeiter erleiden, wenn diese Geld, Sachwerte oder Informationen entwenden, sind höher als die Verluste durch Brände, schätzt der Kreditversicherer und Forderungsmanagement-Dienstleister Euler Hermes. Vor allem auf Mittelständler haben es die Betrüger demnach zunehmend abgesehen.
Betrug, Untreue und Unterschlagung kosten Unternehmen hierzulande jährlich mehrere Milliarden Euro. Das hat der Forderungsmanagement-Dienstleister Euler Hermes auf Basis der Zahlen aus der polizeilichen Kriminalstatistik hochgerechnet. Zwar habe sich die Schadenssumme von 6,6 Milliarden Euro im Jahr 2001 auf nur noch vier Milliarden Euro im Jahr 2006 verringert. Die Anzahl der Delikte ist allerdings in diesem Zeitraum um 18,5 Prozent auf 1,1 Millionen gestiegen.
Diese zwei gegenläufigen Trends lassen nach Meinung des Dienstleisters darauf schließen, dass »auch 2007 die Zahl verhältnismäßig kleiner Delikte in mittelständischen Firmen kontinuierlich steigt, während größere Fälle in großen Unternehmen tendenziell zurückgehen«. Der Grund dafür seien fehlende Kontroll- und Sicherungsmechanismen in den kleineren Betrieben.
Von den Straftaten werden 40 Prozent durch die eigenen Angestellten verursacht, so eine weitere Schätzung von Euler Hermes. Mitarbeiter hätten 2006 insgesamt 1,6 Milliarden Euro Betrugskosten verursacht. Die Schäden seien damit höher als die Verluste durch Feuer. Laut den Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft hatten Firmen rund eine Milliarde Euro Brandschäden im Jahr 2006 zu verzeichnen.
2007 wird, wie Euler Hermes prophezeit, die Zahl der Straftaten mit 1,1 Millionen Fällen auf dem Niveau von 2006 verharren, ebenso wie sich die Schadensumme auf dem Niveau des Vorjahres einpendeln soll.
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