12.02.2010 | Redakteur: Daniel Feldmaier
IBM stellt neue Power 7-Systeme vor. Auf dem Chip reihen sich acht Cores um einen gewaltigen Level-3-Cache. Wichtige Teile der Chip-Entwicklung sind „Made in Germany“. Der Entwicklungs-Chef deckt auf, warum Unternehmen die gewaltige Rechenleistung definitiv benötigen werden.
Die IBM Power-Systems-Reihe feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburstag. Alles begann 1990 mit dem RS/6000 Modell 320. Der erste Server-Prozessor hatte 20 Megahertz und verfügte über 8 bis 32 Megabyte Hauptspeicher. Diese Werte werden nun mehr als tausendfach übertroffen. Die aktuell siebte Generation vereint das erste Mal acht Kerne auf einem Chip, von denen jeder mit bis zu 4,14 Gigahertz getaktet ist. 128 Gigabyte Arbeitsspeicher werden in einer mittleren Ausbaustufe empfohlen.
Auch die jüngsten technologischen Entwicklungen und eine ganze Reihe neuer Patente halten Einzug in den Power-7-Chip. Jeder Kern beherrscht vierfach Simultaneous Multithreading, dass heißt dass vier Threads pro Core gleichzeitig abgearbeitet werden. Bei insgesamt acht Kernen sind so 32 parallele Tasks möglich. Eines der wichtigsten Entwicklungsziele war es, den Stromverbrauch in den einzelnen Cores zu senken. Deshalb wurde die Taktfrequenz im Vergleich zum Vorgänger Power 6 gesenkt, der Datendurchfluss aber gleichzeitig durch eine Verbreiterung der Leitungen erhöht. Je nach Anwendungsfall können vier, sechs oder acht Cores aktiv sein. Für manche Anwendungen reicht die Leistung von vier Kernen aus, denen dann dennoch der gesamte Cache zur Verfügung steht.
Dadurch dass Rechnersysteme heute immer höhere Packungsdichten erreichen, steigt der Stromverbrauch und die Wärme-Entwicklung auf kleinstem Raum immer stärker an. Um diesem Problem zu begegnen, enthält der Power 7 diverse Steuerungsmöglichkeiten für den Energiefluss. Das Active-Energy-Managment kann beispielsweise so eingestellt werden, dass ein bestimmtes Strommaximum, unabhängig von der Last, nie überschritten wird. Auch der aktuelle Stromverbrauch ist stets ersichtlich.
IBM wird vier unterschiedlich dimensionierte Systeme ausliefern:
Alle „Power 6“- und „Power 6+“-Systeme können auf die Nachfolgemodelle migriert werden. Hierbei wird die Hardware komplett getauscht. Dies ist auch im laufenden Betrieb möglich, sofern kurzzeitig Platz für zwei parallel laufende Systeme vorhanden ist. Endkunden, die diesen Migrationspfad beschreiten, bekommen selbstverständlich einen besonderen Preisnachlass auf Power-7-Systeme.
Die Power-Plattform ist für drei Betriebssysteme vorgesehen:
In naher Zukunft wird IBM die Power-7-Architektur auch in einer Version unterhalb der Power 750 Systeme als Blade-Server anbieten.
Wieviel die 300 deutschen Entwicklungs-Ingenieure zum Power-7-Chip beigetragen haben und weshalb viele Unternehmen künftig gewaltige Rechenleistung für Youtube brauchen werden, lesen Sie auf der nächsten Seite.
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