03.08.2010 | Redakteur: Sarah Maier
Unified Communications and Collaboration (UCC) ist mittlerweile im Markt angekommen, auch bei kleinen und mittleren Unternehmen. Bei der Umsetzung gibt es allerdings noch einige Herausforderungen. Eine Möglichkeit der der Implementierung ist UC as a Service oder Managed Services.
Das Thema Unified Communications entpuppt sich nicht nur als kurzfristiger Hype, sondern entwächst langsam den Kinderschuhen. Die Vorteile schneller und oftmals kostengünstiger Kommunikationswege sind inzwischen auch bei kleinen und mittleren Unternehmen angekommen. Das zeigt unter anderem eine Studie von SearchNetworking.de, einer Schwesterpublikation von IT-BUSINESS. Die Umfrageergebnisse wurden im April 2010 vorgestellt, die auf der Auswertung von 309 Fragebögen rund um den Einsatz von UC in Unternehmen basieren. Fast die Hälfte der teilnehmenden Firmen beschäftigen bis zu 99 Mitarbeiter, 17 Prozent gaben ihre Mitarbeiterzahl mit zwischen 100 und 499 an, 30 Prozent mit mehr als 1.000 Beschäftigte.
Als den größten Nutzen von UC bewerteten die meisten (90 Prozent) die leichtere Erreichbarkeit. Mit je 87 Prozent folgen die wirkungsvollere mobile Kommunikation sowie die punktgenau steuerbare Kommunikation. An dritter Stelle auf der Vorteilsskala steht die effizientere Zusammenarbeit (85 Prozent). An anderer Stelle des Fragebogens wurde Document-Sharing und die Verschmelzung von Kommunikationformen (beide je 88 Prozent) als wichtigste UC-Funktionen genannt. Die Erreichbarkeit unter einer einzigen Telefonnumer kam auf Platz zwei (86 Prozent).
Gehemmt wird die Einführung einer UC-Lösung in erster Linie durch Sicherheitsbedenken (76 Prozent) sowie großen Aufwand (70 Prozent). An dritter Stelle schließlich werden die Kosten aufgeführt (62 Prozent). Auch die Marktforscher von Berlecon sehen in diesem Punkt ein Hindernis, da nicht nur für die Anschaffung Kosten anfallen, sondern auch der Betrieb und die Administration monetäre Aufwendungen nach sich ziehen. Deshalb drohen viele UC-Bemühungen an den begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen zu scheitern.
Eine Möglichkeit zur Umgehung dieses Dilemmas ist UC as a Service (UCaaS) als Gegenstück zum Eigenbetrieb. Hier werden alle UC-Funktionen durch einen externen Dienstleister bereitgestellt. Die Vorteile gegenüber dem Eigenbetrieb liegen in der geringen Implementierungszeit, den niedrigen Anfangsinvestitionen, einer minutenbasierten Abrechnung sowie einer bedarfsgerechten Skalierbarkeit. Allerdings hegen viele Unternehmen Vorbehalte hinsichtlich der Datensicherheit, wenn Informationen vollständig ausgelagert werden. Hinzu kommt die Sorge um die Qualität und Verfügbarkeit der Kommunikationsfunktionen.
Eine Alternative bieten Managed-UC-Services. Bei diesem Modell ist die UC-Lösung beim Kunden vor Ort installiert. Den Betrieb und die Verantwortung für die Qualität übernimmt jedoch ein externer Dienstleister. Sensible Daten verlassen dabei nicht das Firmengelände. Die Abrechnung erfolgt in der Regel über monatliche Beiträge. Attraktivität gewinnen Managed Services, wenn sie mit Finanzierungsoptionen wie Miete oder Leasing verknüpft sind. So wird durch die Bereitstellung aller notwendigen Komponenten der UC-Lösung gegen eine monatliche Gebühr der Investitionsaufwand minimiert und letztlich die Unternehmensbilanz entlastet.
Bei der SearchNetworking-Studie erklärten acht Prozent der Teilnehmer, von gehosteten Lösungen oder Managed Services im Bereich UC noch nichts gehört zu haben. Neun Prozent nutzen derartige Angebote bereits und 24 Prozent ziehen diese Option in Erwägung, während 47 Prozent diese ablehnen.
Auf die Frage nach der Kompetenzeinschätzung diverser Anbietergruppen aus dem Bereich UC schnitten Hard- und Software-Hersteller mit einer Nennung von 78 Prozent am besten ab. Den zweiten Platz belegten die Systemhäuser (75 Prozent) gefolgt von Providern (58 Prozent). Den letzten Platz belegten die Distributoren, die nur noch von einem Drittel der Teilnehmer erwähnt wurden.
Wie sich diese Bewertung der B2B-Kunden auf einzelne namentlich genannte UCC-Anbieter auswirkt ist in der Grafik links ersichtlich. Hier macht beim Thema Kompetenz Hersteller Cisco das Rennen (74 Prozent). Mit einigem Abstand kommt auf Rang zwei Provider und Dienstleister T-Systems (57 Prozent). Dabei konnte sich die Telekom-Tochter im Vorjahresvergleich um zwei Plätze verbessern. 2009 war noch Software-Hersteller Microsoft an dieser Stelle zu finden, der in der aktuellen Umfrage auf Platz vier rutschte.
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