29.06.2011 | Redakteur: Regina Böckle

Im Juli hat Gerhard Hundt seinen Posten als Avnet-Deutschland-Chef an seinen Nachfolger Roman Rudolf übergeben. Er wird aber weiterhin für Avnet aktiv sein. Mit welchen Projekten er sich konkret befassen wird und wie Avnet das Thema Cloud Computing anpackt, erläutert Gerhard Hundt im Interview mit IT-BUSINESS.
ITB: Ende Juli wird Roman Rudolf als Ihr Nachfolger das Steuer bei Avnet in Deutschland übernehmen. Sie wollen weiter auf Projektbasis für das Unternehmen tätig sein. Wann starten Sie Ihre neuen Aufgaben?
Hundt: Roman Rudolf hat bis weit in den Juli hinein noch in den USA zu tun, um dort laufende Projekte abzuschließen. Bis Ende September werden Roman Rudolf und ich gemeinsam Termine bei unseren Kunden und Lieferanten wahrnehmen, und ich werde alle Aufgaben an ihn übertragen. Diese Übergangsphase schafft eine gute Situation für alle Beteiligten. Ab Januar werde ich mich dann um Projekte kümmern, die wahrscheinlich weniger mit Deutschland als mit Europa zu tun haben werden. Die Projekte definiert unser Europa-Präsident Graeme Watt.
Hundt: Es könnte sich beispielsweise um den Kauf von Firmen handeln, wie kürzlich für Frankreich angekündigt. Es geht vor allem um Aspekte der paneuropäischen Strategie und auch darum, Strukturen und Prozesse zu integrieren – das ist gerade nach Übernahmen außerordentlich wichtig. Und Avnet hat in den vergangenen Jahren weltweit sehr viele Unternehmen zugekauft. Es sind Dinge dieser Art, die ich machen werde. Noch ist allerdings kein konkretes Projekt definiert. Fest steht aber, dass Avnet weiterhin weltweit eine aktive Rolle bei der Konsolidierung der Distribution einnehmen wird – und mit Blick auf die Marktkapitalisierung auch in der obersten Liga.
Hundt: Die Distribution generell wird hier eine große Rolle spielen. Der Informationsbedarf der Partner und deren Endkunden ist enorm. Deshalb wird es in den kommenden zehn bis 18 Monaten vor allem darum gehen, deren Fragen zu klären, sie auszubilden und gleichzeitig auszuloten, welche Auswirkungen das Cloud-Business für Endkunden, Systemhäuser und Hersteller hat.
Hundt: Lokal agierende Systemhäuser verdienen mit dem klassischen Lizenzverkauf momentan noch mehr Geld als mit SaaS-Konzepten. Zudem ist vielen Endkunden, gerade kleineren Unternehmen, der Zusatznutzen nicht ersichtlich. Es sei denn, der Endkunde will seine IT-Infrastruktur grundlegend umbauen, um sie cloud-fähig zu machen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.
Wie Avnet die Rolle der Distribution in der Cloud-Ära definiert, erläutert Gerhard Hundt auf der nächsten Seite.
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