Softshell-Vorstand: „Teure Technologien werden für den Mittelstand erschwinglich“

Warum Cloud Computing die Zukunft gehört

26.07.2010 | Redakteur: Regina Böckle

Gerald Hahn ist Vorstandsvorsitzender der Softshell AG.

„Cloud Computing wird die wirtschaftlichen Strukturen so grundlegend verändern wie es das Internet getan hat“, kontert Softshell-Vorstand Gerald Hahn auf die Aussage von GfK-Analyst Dr. Rudolf Aukofer, der findet, dass „SaaS-Konzepte noch nicht wettbewerbsfähig sind.“ Im Interview erläutert Hahn seine Gegenargumente.

ITB: Wird Cloud Computing abheben oder ein Nischendasein fristen?

Hahn: Mittelfristig wird Cloud Computing die gesamte Geschäftswelt verändern und revolutionieren. Großkunden mit hauseigenen IT-Abteilungen verwenden intern schon seit Jahren Technologien, die auf Cloud Computing beziehungsweise den Vorstufen heutiger Private Clouds aufbauen: Vor zehn Jahren nannte man es noch ASP (Application Service Providing), dann SaaS (Software as a Service) und heute Cloud Computing. Was dabei jedoch häufig übersehen wird – so auch von Dr. Aunkofer im Interview mit IT-BUSINESS – ist die Tatsache, dass sich nicht nur der Begriff weiterentwickelt hat, sondern vor allem auch die Technologie. Herr Dr. Aunkofer verwendet in seinem Artikel den Terminus Cloud Computing einfach nur als Synonym für die bisherigen Konzepte und trifft daher die sehr strittige Aussage, dass „In the Cloud“-Technologien noch nicht wettbewerbsfähig seien. Ich bin da anderer Meinung, denn genau hier besteht der entscheidende Unterschied: Das heutige Cloud Computing – vor allem so genannte Public Clouds – sind mit den vorherigen Technologien längst nicht mehr vergleichbar.

ITB: Worin genau besteht denn der Unterschied?

Hahn: Als man noch von ASP oder xSP, also der reinen Bereitstellung einer Applikation im Netz sprach, war der Begriff Cloud Computing noch nicht einmal geboren. Das Prinzip war zwar das Gleiche, aber Umsetzung und Einsatzgebiet waren grundlegend anders. Bei ASP oder SaaS wird eine Anwendung nicht lokal gehostet und ausgeführt, sondern „irgendwo“ auf einem oder mehreren Servern im Netz. Der Kunde bezieht letztlich einen Service, welcher mit der eigentlichen Software als „Produktionsstätte“ erstellt und über ein Netz (LAN, WAN oder Internet) ausgeliefert wird.

ITB: Woran haperte es bei den früheren Modellen?

Hahn: Die größte Herausforderung und der entscheidende Unterschied zum erfolgreichen SaaS-Einsatz war zum damaligen Zeitpunkt die nicht vorhandene „Multi-Mandantenfähigkeit“. Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass ein Großteil der Software noch nicht dazu geeignet war, in einem entfernten Rechenzentrum ausgeführt zu werden und das Ergebnis lokal auf PC oder Thin Client darzustellen. Die Idee „IT aus der Steckdose“ für Jedermann scheiterte darüber hinaus am Misstrauen der Anwender, die ihre Anwendungen und Daten bei sich im Haus haben wollten.

ITB: Welche Rolle spielen Fachhandelspartner Ihrer Meinung nach im Cloud-Karussell und mit welchen Angeboten oder Geschäftsmodellen können diese beim Kunden punkten?

Hahn: Wenn es darum geht, Cloud-Services effizient einzuführen, gleicht die „IT aus der Steckdose“ eher „Starkstrom“. Genauso wie Privatleute ihren E-Herd von einem Elektriker anschließen lassen, sollten Unternehmen deshalb auf jeden Fall einen IT-Spezialisten hinzuziehen. Die Rolle des Systemhauses ist und bleibt entscheidend für den Erfolg eines IT-Projektes. Deshalb kann prinzipiell jeder Reseller von Cloud-Services profitieren. Besonders für kleine Anbieter wie Fachhandelspartner oder Reseller ergeben sich neue und vor allem langfristige Verdienstmöglichkeiten. Meist sind die Kunden IT-technisch bereits bestens versorgt, was leider auch schwindende Einnahmequellen zur Folge hat. Durch die Public Cloud können auch kleine IT-Anbieter ihren Kunden in der Regel völlig neue Services und Möglichkeiten anbieten und ihre Umsätze wieder steigern. Dies geschieht zwar langsamer als beim Produktverkauf, da es sich um einen kontinuierlichen Service-Prozess handelt, dafür aber wesentlich planbarer, kalkulierbarer und langfristiger. Der Aufbau von Private und Hybrid Clouds ist hingegen meist den hochspezialisierten Beratungshäusern und Dienstleistern vorenthalten. Im Vergleich zum Produktverkauf „mietet“ der Kunde den IT-Service für eine fortlaufende Service-Gebühr.

ITB: Worin liegt für den Kunden dann der zusätzliche Vorteil?

Hahn: Er kann sicher sein, dass der Anbieter des Cloud-Service alles tun wird, damit er langfristig mit dem Angebot zufrieden ist. Gleichzeitig gewinnt der Kunde an Flexibilität, denn viele der angebotenen Cloud-Services können monatlich gekündigt werden. Für Reseller und Kunde ergibt sich also eine Win-Win-Situation. Denn auch die Liste zusätzlicher Verdienstmöglichkeiten mit SaaS- und Cloud-Services ist lang. Sie reicht von der reinen Beraterleistung über die Veredelung der Services mit eigenen Zusatzleistungen, die kundenspezifische Anpassung von Cloud-Diensten bis hin zur Integration bereits vorhandener Daten in eine cloud-basierte Lösung.

Auf der nächsten Seite erläutert Gerald Hahn, weshalb Cloud Computing die Zukunft gehört.

Zum Unternehmen

Softshell-Portfolio


Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Spamschutz 

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:
Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2045846) | Archiv: Vogel Business Media

Themen-Newsletter IT-BUSINESS Themen-Update Distributoren abonnieren.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Wenn Sie wichtige Nachrichten in Zukunft nicht verpassen möchten, dann versorgen wir Sie über unseren Themenkanal-Newsletter gerne direkt mit den aktuellsten News und Fachbeiträgen aus diesem Themenumfeld. Jetzt abonnieren!

* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung und AGB einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.
Live Demo

Wachstumsmotor IT-Security – sind Sie schon dabei?
In unserem IT-BUSINESS Live-Cast erfahren Sie, welche klaren Wettbewerbsvorteile Ihnen Sophos als Reseller bietet:

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Zum Beispiel-Newsletter

Abonnieren Sie den täglichen Newsletter IT-BUSINESS Today!

Sie erhalten kostenlos und pünktlich jeden Morgen und Mittag die aktuellsten News, Hintergründe und Personalien aus dem IT-Markt.

>> Hier geht es weiter zur Registrierung