Lindener Distributor soll aber nicht zum Vertriebsbüro schrumpfen

COS streicht Stellen in Einkaufs- und IT-Abteilung

04.03.2010 | Redakteur: Regina Böckle

Axel Grotjahn, Geschäftsführer der COS-Mutter BOD und Devil-Vorstand

Es dauerte keine zwei Stunden, da machte die Nachricht am Mittwoch auf der CeBIT die Runde: bei COS gibt es Entlassungen in der Einkaufs- und IT-Abteilung. Dennoch soll COS wie geplant auch langfristig eine eigenständig agierende Gesellschaft bleiben.

So sehr die Bedeutung der CeBIT in den vergangenen Jahren auch geschwunden ist: ihre Rolle als Branchen-Barometer und Hochofen der Gerüchteküche behält sie ungebrochen. Das zeigte sich gestern wieder einmal auf dem Distributionsparkett. Denn in Windeseile verbreitete sich dort gestern die Nachricht über Entlassungen bei COS, die offenbar am Dienstag nachmittags ausgesprochen worden waren.

Axel Grotjahn, Geschäftsführer der COS-Holding BOD, und gleichzeitig Chef des Braunschweiger Distributors Devil, bestätigte gegenüber IT-BUSINESS, dass 16 Mitarbeiter der aktuell 63 COS-Beschäftigten gekündigt wurden, davon 12 im Einkauf und vier in der IT-Abteilung.

Zwar unterfütterte diese Maßnahme die kursierenden Gerüchte, COS solle zur Vertriebsniederlassung werden. Doch Grotjahn stellt erneut klar: „Das trifft nicht zu. COS soll definitiv auch langfristig ein eigenständiges Unternehmen bleiben. Dazu gehört ein eigenes Produkt-Marketing, eine eigene Buchhaltung und selbstverständlich der Vertrieb. Alles andere ist ausgeschlossen.“

Zum Personalabbau in der Einkaufs- beziehungsweise Produktmanagement- und IT-Abteilung habe man sich am Dienstag entschlossen: „Es ist klar, dass die Sommermonate in diesem Jahr extrem hart sein werden. Deshalb haben wir noch einmal sehr genau geprüft, wo wir bei COS Kosten optimieren und firmenübergreifende Synergien finden können“, begründet Grotjahn diesen Schritt. Dass die Wahl auf die genannten Bereiche fiel, ist nachvollziehbar: Schon heute arbeitet COS mit dem Warenwirtschaftssytemen von Devil und nicht mehr mit dem erst 2002 eingeführten SAP-System. Das hat rückblickend fast eine tragische Note, denn nicht zuletzt war es die problematische, sich jahrelang hinziehende Einführung von SAP, die die Schieflage von COS zum Großteil mit verursachte.

Abgesehen von der gemeinsam genutzten IT- sowie Logistik-Infrastruktur wird auch ein Teil des COS-Portfolios von Braunschweig aus gemanagt. Trotz der zahlreichen neuen Herstellerverträge, die COS in den vergangenen Monaten zeichnen konnte, rechtfertigte das keine Einkaufsabteilung in der bisherigen Größe.

Wo die Knackpunkte liegen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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