Virtual Computing Environment Coalition und Kooperation mit Netapp

Allianzen ebenen Ciscos Weg ins Rechenzentrum

11.02.2010 | Redakteur: Regina Böckle

Ciscos UCS B-Series Blades Server basiert auf x86-Architektur mit Multi-Core-Intel-Nehalem-Prozessoren, Speicher und I/O-Bridge.

Ciscos Bündnisse mit EMC, VMware und Netapp haben im Infrastrukturmarkt erneut für Furore gesorgt. Der Mitbewerb ist wachsam – die Vertriebspartner allerdings auch.

Forsch marschiert Cisco seit rund einem halben Jahr in die Gefilde der etablierten Server- und Blade-Hersteller HP, IBM, Dell, Sun und Fujitsu vor. Zumindest technologisch. Bis zum erbitterten Hauen und Stechen um veritable Marktanteile wird es noch etwas dauern.

Gleichwohl muss Datacenter-Anbieter Cisco im Umgang mit diesen Wettbewerbern Fingerspitzengefühl zeigen. Denn alle kooperieren in irgendeiner Weise mit dem Netzwerker Cisco.

Zur Beruhigung hat die Allianz, die Cisco im November mit EMC und VMware geschlossen hat, die „Virtual Computing Environment Coalition“ (VCE), eher nicht beigetragen. Obendrein kam im Januar 2010 noch das Bündnis mit Netapp hinzu. „Wir nehmen Ciscos Vorstoß mit der VCE sehr ernst. Cisco spielt mit hohem Einsatz, weil HP und IBM zu seinen größten Partnern gehören“, kommentiert IBM-Hardware-Chef Marc Fischer die Entwicklung, bleibt aber gelassen: „Unser Wettbewerbsumfeld hat sich verändert. Das Modell, auf der einen Seite mit einem Hersteller zu kooperieren, auf der anderen Seite mit ihm zu konkurrieren, wird künftig der Normalfall sein.“

Ziel der VCE ist es, eine einheitliche Architektur für das dynamische Rechenzentrum zu schaffen, um es Firmen zu erleichtern, Cloud Computing zu nutzen. Alle integrierten Server-, Storage-, Netzwerk- und Virtualisierungs-Komponenten sollen dabei zentral verwaltet werden.

Skalierbares System

Mit drei Paketen unterschiedlicher Größe, den „vBlock Infrastructure Packages“, verspricht das VCE-Bündnis Unternehmen einen leichten Einstieg in das Private Cloud Computing. Private bedeutet, dass Anwender sowohl interne als auch externe IT-Ressourcen nutzen, diese aber hausintern managen können.

Cisco Unified Computing System 5108, mit acht B-Series-Blades bestückt
Cisco Unified Computing System 5108, mit acht B-Series-Blades bestückt

Der „vBlock 0“ adressiert Unternehmen, die zwischen 300 und 800 virtuelle Maschinen im Einsatz haben. „vBlock 1“ zielt auf Firmen mit maximal 3.000 virtuellen Maschinen. High-End-Anwendern bietet „vBlock2“ die Unterstützung von bis zu 6.000 virtuellen Maschinen.

Support aus einer Hand

Alle drei Partner des VCE-Joint-Ventures, Cisco, VMware und EMC, haben sich außerdem verpflichtet, den Support gemeinsam zu übernehmen. Konkret bedeutete das: Tritt ein Problem auf, ist jeder Hersteller für das komplette Paket verantwortlich. Das ist ein wichtiger Aspekt – für Endkunden wie für Vertriebspartner. Denn gerade komplexe Projekte, bei denen Produkte unterschiedlicher Hersteller zum Einsatz kommen, kranken an dieser Stelle: Tritt ein Problem auf, neigen die Beteiligten dazu, die Ursache des Fehlers beim jeweils anderen zu suchen. Das Support-Abkommen zwischen Cisco, EMC und VMware soll dies verhindern.

Ebenso haben die Allianz-Partner VMware, Cisco und Netapp sich auf einen gemeinsamen Support geeinigt.

Für Vertriebspartner bedeutet das allerdings, dass sie sich auch für alle beteiligten Hersteller zertifizieren müssen.

Dass Cloud Computing Realität wird, beweisen die jüngsten Umfragen unter den IT-Leitern: Diese Technologie steht auf ihrer Top-Themen-Liste an zweiter Stelle, überflügelt lediglich noch von der Virtualisierung.

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