27.01.2009 | Redakteur: Regina Böckle
Nach Spuren ängstlichen Krisenmanagements sucht man bei Storage-Distributor SNE dieser Tage vergeblich. Verfeinerte Spezialisierung, Ausbau des Personals und Finanzierungshilfen für Partner lautet hier die Devise. Weshalb die Rechnung aufgehen könnte, erläutert CEO Edgar Beck.
Vier zusätzliche Mitarbeiter hat Storage- und Archivierungs-Distributor SNE Anfang des Jahres hierzulande eingestellt, um das Vertriebs- und Marketingteam zu verstärken. Das wäre an sich keine Erwähnung an prominenter Stelle wert, häuften sich nicht allerorts die Meldungen über Entlassungen.
Offenbar haben sich die Pläne, die das Unternehmen Ende 2008 festzurrte, bewährt, und nun hält man daran fest. »Wir wollen weiterhin wachsen und ich hoffe, dass die Finanzkrise nicht allzu stark durchschlägt«, sagte SNE-CEO Edgar Beck damals. Diese Hoffnung begründete der Manager ganz pragmatisch: »Möglicherweise bietet die Krise auch eine Chance, weil die Endkunden aus Kostengründen gezwungen sein könnten, stärker zu automatisieren. Außerdem sind wir mit unserer sehr spezialisierten Mannschaft gut aufgestellt.«
Beck selbst will außerdem in diesem Jahr seinen Arbeitsplatz von der holländischen Zentrale nach München verlegen, um von Ort mitzuhelfen, das Geschäft voranzutreiben – mit ambitionierten Zielen. »Die Gross Margin von zehn bis 15 Prozent, die wir in Holland erreichen, werden wir auch hierzulande schaffen«, zeigt sich der SNE-CEO kämpferisch.
Über den bloßen Produkt-Verkauf ist das selbstverständlich nicht zu machen. SNE lebt vor allem von den hoch spezialisierten Services, die der Distributor seinen Systemhauspartnern rund um ein Portfolio anbietet, das derzeit fünf Schlüssel-Hersteller umfasst: Commvault, F5, Pillar Data Systems, Zantaz und Overland.
ISCSI-SAN-Spezialist Equallogic, mit dem SNE sein Geschäft hierzulande vor Jahren startete, ist auf der Website des Distributors mittlerweile nicht mehr als Herstellerpartner gelistet. Seit der Übernahme von Equallogic durch Dell im November 2007 seien die Umsätze hier massiv zurückgegangen, führt Beck dazu aus. »Bereits im vergangenen Jahr haben wir uns daher verstärkt auf weitere Brands konzentriert, mit denen wir sehr gut gewachsen sind. Insbesondere Commvault als Alternative zu Legato bescherte unseren Partnern große Projekte.« Ebenso erfolgreiche liefen die Geschäfte mit dem von der Autonomy-Gruppe übernommenen Hersteller Zantaz, einem Anbieter von Archivierung und Information Risk Management (IRM). Zantas Digital Safe, eine konsolidierte Archivierungslösung, wird auch als »Software as a Service« angeboten.
Wie das Service-Konzept des Distributors aussieht, und welche Konzepte er Partnern für die Zwischenfinanzierung bietet, erfahren Sie auf der folgenden Seite.
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