Distributor will Systemhaus- und Exportgeschäft vorantreiben

Devil ist startklar für Europa

20.11.2008 | Redakteur: Regina Böckle

Jip van den Berg (li.), Tulip-Aufsichtsrat, und Axel Grotjahn, Vorstandsvorsitzender der Devil AG

Devil-Vorstandsvorsitzender Axel Grotjahn und Tulip-Aufsichtsratsvorsitzender Jip van den Berg der Tulip Beteiligungs GmbH, erläutern, weshalb für den Distributor der Einstieg ins Europageschäft und der Ausbau im Systemhausbereich auch ohne frisches Kapital aus der Börse gelingen können.

ITB: Im Mai ist der geplante Börsengang der Devil AG geplatzt, nur die Hälfte der Aktien wurden gezeichnet. Inwiefern halten Sie dennoch am ursprünglich geplanten zweiten Anlauf fest?

Grotjahn: Das Klima am Kapitalmarkt ist momentan für einen Börsengang nicht geeignet, wir werden warten, bis sich die Finanzmärkte wieder beruhigt haben. Wir sind jedoch bestens vorbereitet um jederzeit den zweiten Anlauf zu nehmen.

ITB: Im vergangenen Geschäftsjahr hat Devil rund 324 Millionen Euro umgesetzt. Wie werden Sie ohne das Kapital der Börse das künftige Wachstum finanzieren?

Van den Berg: Der Börsengang war ja nicht nötig, um das organische Wachstum von Devil zu finanzieren! Sondern er war lediglich darauf ausgerichtet, einige der Möglichkeiten, die wir für Devil erkennen, schneller zu realisieren.

ITB: Welche Möglichkeiten meinen Sie konkret?

van den Berg: Beispielsweise Akquisitionen.

ITB: In welchem Bereich?

Grotjahn: Das Kapital aus dem Börsengang sollte beispielsweise die Übernahme von Distributoren im Ausland oder auch von Distributoren ermöglichen, die ihr Kerngeschäft mit Systemhauspartnern generieren. Die Verhandlungen, die wir hier begonnen haben, laufen weiter. Näheres können wir dazu aber nicht sagen. Tatsache ist, dass Devil bestens gerüstet ist, um aus eigener Kraft weiter zu wachsen, wenn auch langsamer, als dies mit einem Börsengang möglich gewesen wäre.

van den Berg: Die Bankenkrise hat auch zu einer massiven Verunsicherung bei Privatkunden geführt, das ist deutlich spürbar. Für Devil-Partner kann dies aber auch in gewissem Rahmen von Vorteil sein, denn in konsumschwachen Zeiten neigen Kunden eher dazu, ihre PCs aufzurüsten, was die Nachfrage nach Komponenten fördert.

ITB: Wir hören immer wieder, dass die Kreditversicherer seit Monaten Reseller-Limits massiv senken oder gar streichen. Wie geht Devil damit um?

Grotjahn: Von Kreditlimitsenkungen sind bislang nur sehr wenige unserer Kunden betroffen, das ist kaum spürbar. Wir stellen allerdings fest, dass die Kreditversicherer augenblicklich sehr viel intensiver prüfen und diese Prüfungsphasen daher länger dauern als bisher. Wir kennen unsere Partner angesichts der sehr persönlichen Betreuung, die bei Devil schon immer üblich war, sehr genau, weshalb das Risiko für uns kalkulierbar bleibt.

ITB: Auf der Devil-Agenda steht schon seit geraumer Zeit auch der Ausbau des Systemhausgeschäfts. Welchen Anteil am Gesamtgeschäft von Devil nimmt das Projektgeschäft derzeit ein?

Grotjahn: Das Projektgeschäft liegt derzeit bei rund drei Prozent.

ITB: Welche Zielgröße peilen Sie hier im nächsten Jahr an?

Grotjahn: Diese Größe wollen wir derzeit nicht näher benennen.

Wie die Pläne für den Ausbau des Systemhaus-Geschäfts aussehen, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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