Zusammen wachsen, aber nicht zusammenwachsen, lautet die Devise

Westcon-Trio übt den Schulterschluss

22.07.2008 | Redakteur: Regina Böckle

Die General Manager der Westcon-Gruppe (v.l.): Thomas Schoon (Westcon Convergence), Rainer Stähle (Westcon Security), Joachim Braune (Comstor)

Es war ein langer Weg, bis die drei Töchter der Westcon-Group – Comstor, Westcon Convergence und Westcon Security – ihren Platz unter dem gemeinsamen Dach gefunden hatten. Eine Spurensuche von den Anfängen bis zum ersten Familienfoto.

Es gibt hierzulande nur wenige Distributoren, deren Entwicklung den Wandel der IT-Branche so klar widerspiegelt, wie die Westcon-Group. In ihre Geschichte sind mehrere Unternehmen und Länder involviert, und bis zum ersten gemeinsamen Familienbild mit den Geschäftsführern der drei Schwestergesellschaften Westcon Convergence, Westcon Security und Comstor war es ein langer Weg. Er lässt sich am besten von der Bundeshauptstadt Berlin ausgehend nachvollziehen.

Hier befindet sich heute die administrative Steuerzentrale der Westcon-Gruppe, sind doch dort die Backoffice-Bereiche aller drei Töchter gebündelt: Finanzierung, Controlling, Projektplanung, Marketing und Einkauf. In Berlin hält Joachim Braune als Comstor-Chef das Geschäft inne. Marketing, Produktmanagement, Vertrieb und Professional Service allerdings steuern die General Manager der Schwestergesellschaften nach wie vor eigenständig. »Die klare Fokussierung bleibt erhalten«, betont Braune.

Ursprünglich, das heißt bis zum Frühjahr 2002, war in Berlin lediglich Cisco-Distributor Comstor angesiedelt. Im Jahr 2006 jedoch wurde auch das Backoffice der Westcon Convergence hierhin verlegt.

Wende-Jahre für Netzwerker

Westcon Convergence war im April 2002 – damals noch unter dem Namen Landis – von der Westcon-Gruppe übernommen und somit Schwestergesellschaft von Comstor geworden. Wie Comstor hatte auch Landis bis dato Cisco-Lösungen vertrieben, ebenso Mitbewerber-Produkte von Avaya, Nortel und 3Com. Kurz nach der Übernahme durch die Westcon-Gruppe jedoch wurde das gesamte Cisco-Geschäft in der Hand von Comstor gebündelt. Fortan konzentrierten sich die zur Westcon-Convergence mutierten, ehemaligen Landis-Gesellschaften ganz auf den Vertrieb von 3Com, Avaya, Nortel und angrenzenden Lösungen wie beispielsweise USV-Anlagen mit Performance-Management. Warenwirtschaft und Logistik wurden 2003 gruppenweit vereinheitlicht.

Dann folgte eine lange Zeit, in der es still wurde um die Landis-Nachfolgegesellschaft Westcon Deutschland mit Sitz in Mönchengladbach. Komplett neu positioniert, mit verkleinerter Mannschaft kam das Unternehmen nur langsam voran. In der Branche gärten die Gerüchte. Kein Wunder, war doch der gesamte Netzwerk-Markt massiv unter Druck geraten. Die Preise und damit die Margen befanden sich im freien Fall, zahlreiche Value-Produktsparten wurden zur Massenware, und gleichzeitig sackte die Nachfrage nach den Boomjahren mancherorts ins Bodenlose ab.

Das brachte nicht nur Westcon Convergence in Bedrängnis: Selbst Branchengröße und Cisco-Distributor Azlan kam ins Straucheln und wurde 2003 an Tech Data verkauft. 2004 gliederte Ingram Micro die Netzwerk-Tochter Compu-Shack in die Broadline-Distribution ein. Die gesamte Netzwerk-Branche befand sich im Umbruch, die Hersteller strafften die Zahl ihre Distributionspartner und diese wiederum stellten ihr gesamtes Portfolio und ihre Services auf den Prüfstand. Klare Abgrenzung von Value- und Volumengeschäft lautete die Losung. Da machte Westcon Convergence keine Ausnahme.

Wie das Unternehmen schließlich wieder Tritt fasste, lesen Sie auf der folgenden Seite.

Das Partnerprogramm »Convergence-Point«

Konzern-Mutter Datatec

Die Westcon-Group

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