08.02.2010 | Redakteur: Regina Böckle

Nach 16 Jahren wird Gerhard Hundt, Deutschland-Chef von Avnet Technology Solutions, aus dem operativen Geschäft ausscheiden. Er geht auf eigenen Wunsch. Bis ein Nachfolger gefunden ist, bleibt er in dieser Funktion an Bord, später soll es eine Zusammenarbeit auf Projekt-Ebene werden.
Für die Mitarbeiter war die Nachricht ein herber Schlag: Gerhard Hundt, der seit 2000 die Geschicke der Avent Technology Solutions in Deutschland leitet, und gleichzeitig seit 2003 als Senior Vice President europaweit für die Monitor-Marke Eizo verantwortlich ist, will seine Ämter beim Nettetaler Value Added Distributor demnächst niederlegen.
Er geht auf eigenen Wunsch. „Wir bedauern seine Entscheidung sehr, haben aber vollstes Verständnis für diesen Schritt“, sagt Avnet-EMEA-Chef Dick Borsboom, „Mit Gerhard Hundt verlieren wir einen erfolgreichen Geschäftsführer sowie einen kompetenten und sehr geschätzten Mitstreiter in der Führung unseres Unternehmens. Avnet insgesamt, besonders aber Avnet Technology Solutions in EMEA und Deutschland sowie Eizo Europa, für deren Geschäfte er ebenfalls verantwortlich war, haben ihm sehr viel zu verdanken.“
Der gebürtige Hanseat, der seit 16 Jahren zwischen seinem Wohnsitz Hamburg und den Avnet-Niederlassungen pendelt, wird sich im Laufe der zweiten Jahreshälfte aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und in den nächsten Jahren verstärkt Projekte für Avnet durchführen. Seine Nachfolge ist noch offen. Avnet arbeitet derzeit an einer Nachfolgeregelung sowohl für die deutsche Unternehmensführung als auch für die europäische Leitung des Eizo-Monitorgeschäfts.
1994 trat Gerhard Hundt in das Unternehmen Raab Karcher Elektronik als Sales Manager für das Deutschlandgeschäft von Eizo ein. Nach großem Erfolg in dieser Position übernahm er die Geschäftsführung in Deutschland, als das Unternehmen von Avnet im Jahr 2000 übernommen wurde. Vor seiner Tätigkeit bei Raab Karcher war er Geschäftsführer eines in Hamburg ansässigen Systemhauses und Mitgründer der deutschen Aldus-Tochtergesellschaft, die heute zu Adobe Systems gehört.
Die Entscheidung des Avnet-Chefs fällt zu einem Zeitpunkt, zu dem Umsatz- und Gewinn-Ergebnisse besser ausfallen als erwartet: Der Geschäftsbereich Avnet Technology Solutions (Avnet TS) steigerte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010, das am 2. Januar endete, sowohl Umsatz als auch Betriebsgewinn-Margen in allen drei geografischen Regionen.
So stieg der Umsatz von Avnet TS weltweit gegenüber dem Vorjahres-Quartal um 15,8 Prozent auf 2,32 Milliarden US-Dollar. Das Betriebsergebnis betrug 88,2 Millionen US-Dollar, die Betriebsgewinnmarge belief sich auf 3,8 Prozent.
In der Region EMEA legte der Umsatz der Avnet TS in diesem Zeitraum um 4,3 Prozent zu, verglichen mit dem zweiten Quartal des Vorjahres.
Der Gesamtkonzern weist einen weltweiten Umsatz von 4,83 Milliarden US-Dollar aus. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Umsatzwachstum von 13,2 Prozent. Bereinigt um Akquisitions-Effekte wurde ein organisches Umsatzwachstum von 9,6 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres erzielt. Der Nettogewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2010 betrug 103,9 Millionen US-Dollar. Im Vorjahres-Quartal stand an dieser Stelle noch ein Netto-Verlust von 1,2 Milliarden US-Dollar.
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