Impulse für den Hardware-Markt 2010

Branche erhofft sich Tablet-PC-Durchbruch durch Windows-7-Slates und das „iSlate“

11.01.2010 | Redakteur: Stefan Riedl

Microsoft-Chef Steve Ballmer präsentierte auf der CES ein Tablet von HP. Dennoch schaut die Branche eher auf Apple.

Für frischen Wind in der ungeliebten Geräteklasse Tablet-PC könnten neue Slate-Varianten sorgen, die demnächst auf den Markt kommen werden. Mit den Abmessungen eines Amazon-Kindle-DX-Readers sollen sie in gewisser Weise an den iPhone-Erfolg anknüpfen. Daher schielt die Branche auch eher in Richtung Apple, wo angeblich das „iSlate“ vorbereitet wird.

Desktops und Notebooks machen das Brot- und Butter-Geschäft des Hardware-Marktes aus. Netbooks avancierten zum neuen umsatzstarken Liebling der Branche. Smartphones gehen weg wie warme Semmeln. Nur die Geräteklasse „Tablet-PC“ gilt als Sorgenkind. 2002 präsentierte Bill Gates auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas ein Tablet und malte mit dicken Lettern „Tablet PC is SUPER COOL!“ darauf. 2005 präsentierte Steve Ballmer die nächste Generation, genauso wie 2010, wieder in Las Vegas, ebenfalls auf der CES. Jetzt hat Ballmer den Prototypen eines Windows-7-Slates vorgestellt, der aus der Entwicklungsabteilung des IT-Konzerns HP stammt. Preise und Daten zu Marktstart-Terminen wurden auf der CES jedoch noch nicht verraten, die MArkteinführung ist erst zur Jahresmitte vorgesehen.

Elektronische Schiefertafeln

Diese kleinere und schlankere Generation, die in ihren Abmessungen an gängige E-Book-Reader erinnert, fällt unter den Gattungsbegriff „Slate“ (deutsch: Schiefertafel). Slate-Modelle kennzeichnen sich durch ein offen liegendes Display, das als Schreibfläche genutzt wird. Die Eingabe erfolgt über das Display und über Bedienknöpfe, wobei sich Tastatur und Maus optional anschließen lassen.

Notebook mit Extra-Dreh

Die Convertibles – die zweite Tablet-PC-Veriante – sind näher bei den Notebook-Wurzeln geblieben. Mittels eines Dreh- oder Klappmechanismus wird hier ein Notebook zu einem Tablet-PC umgewandelt. Das Display bleibt beim Transport im eingeklappten Zustand geschützt, und die Tastatur ist stets dabei.

Bislang „Superuncool“

Doch ganz unabhängig ob Slate oder Convertable: Kunden fanden die ewig-neue Geräteklasse Tablet-PC bislang keineswegs „Supercool“. Die Verkaufszahlen enttäuschten. Ob die Zeit jetzt für Tablet-PCs reif ist, steht noch in den Sternen. Branchenkenner gehen jedoch davon aus, dass der iPhone-Boom einen wichtigen Teil zu einem künftigen Erfolg beitragen könnte. Die Hemmschwelle, per Fingerdruck oder Stift ein portables Device zu bedienen, dürfte tatsächlich gesunken sein, was den kommenden Windows-7-Slates und dem erwarteten „iSlate“ von Apple zugute kommt.

Warten auf Apple

Die Branche war von Steve Ballmers Präsentation neuer Touchscreen-Minirechner von HP, Archos und Pegatron auf der CES, die nur wenig Fakten enthielt, enttäuscht. Gespannt wartet man nun, ob es Apple wie bei MP3-Playern und Smartphones wieder einmal gelingt, ein Produkt zu revolutionieren – diesmal also den Tablet-PC. Angeblich will Apple Ende Januar seine Version vorstellen und Gerüchten zufolge das „iSlate“ einführen.


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