Prozessoren für eine neue Klasse mobiler Internet-Devices

Intel setzt sich an die Spitze der digitalen Revolution

16.03.2008 | Redakteur: Harry Jacob

Auf der CeBIT waren erste Muster von Gadgets auf Atom-Basis zu sehen, wie hier der Entwurf von Lenovo.

Die Chipschmiede in Santa Clara überschlug sich in den vergangenen Tagen förmlich mit Ankündigungen. Die meisten davon bezogen sich auf die Umstellung des Portfolios auf Produkte in 45-Nanometer-Strukturen, die aufgrund eines neuen Halbleiter-Materials möglich werden. Mit der Atom-Plattform steigt Intel aber auch in ein Marktsegment ein, in dem bislang andere Chip-Lieferanten dominierten.

Der Wettkampf der Chipschmieden war in den vergangenen Jahren klar definiert: Intel und AMD hießen die Kontrahenten, und die Frage war, wer die leistungsstärksten Technologien für Notebooks, PCs und Server zur Verfügung stellt.

Doch der Markt entwickelt sich weiter, hin zu kleineren und mobileren Geräten. Nicht nur, dass inzwischen mehr Notebooks als Desktop-PCs verkauft werden. Immer leistungsfähigere Smartphones, Ultra Mobile PCs und andere Gadgets, die persönliche Informationen und das Internet mobil machen oder die Nutzung im Wohnzimmer, im Auto und anderswo ermöglichen, werden die Zukunft bestimmen. Diesen Markt dominierten bislang Chip-Anbieter wie ARM und Samsung.

Zeit ist reif für den nächsten Schritt

Mit der Ankündigung seiner »Atom« genannten Plattform hat Intel sich nun auf neues Terrain begeben – ein Terrain, auf dem die nächste digitale Revolution ausgetragen wird. »Der neue Chip hat für uns eine Bedeutung, die nur mit dem 8088-Prozessor oder dem Pentium vergleichbar ist«, sagte Otellini bereits im Juni 2007. Jetzt zeigt sich langsam, dass diese Einschätzung keineswegs aus der Luft gegriffen war.

Denn inzwischen ist Apples Iphone erfolgreich im Markt gestartet, von Wettbewerbern sind ähnlich leistungsfähige Geräte erschienen oder zumindest angekündigt. Dem Iphone gebührt die Ehre, eine neue Qualität in Sachen mobiles Internet und Entertainment geschaffen zu haben. Auf diesem Feld kann es vieles, aber noch lange nicht alles. Das zeigt die fehlende Flash-Unterstützung und die Nachrüstung mit Java, die Sun im Sommer liefern will (Hier klicken zum Artikel: Das Iphone wird auch für Geschäftskunden interessant). An dieser Stelle will Intel in Zusammenarbeit mit zahlreichen Hardware-Herstellern auf Grundlage der Atom-Prozessoren-Familie eine völlig neue Geräteklasse etablieren. Die ersten Geräte werden in drei bis vier Monaten den Markt erreichen.


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