Adressbücher, Kalender und Fotos weg

Telekom und Microsoft verlieren Kundendaten in der Cloud

14.10.2009 | Redakteur: Sarah Maier

Die Daten der US-T-Mobile-Kunden dürften unwiederbringlich verloren sein.

Gerade mit der besonderen Sicherheit von Kundendaten werben externe Rechenzentren. Das dem nicht so sein muss, beweisen Telekom und Microsoft in den USA. Hier wurden die Daten tausender Sidekick-Nutzer schlicht gelöscht.

Nomen est omen – der Name ist Programm, wie die Lateiner sagen. Jedenfalls hat das den Anschein bei Microsofts Tochterfirma „Danger“ (zu deutsch: Gefahr), dem Dienstleister hinter dem T-Mobile-Sidekick-Datenservice. Sie hat es geschafft, bei einem Server-Ausfall die persönlichen Daten tausender amerikanischer Besitzer von Sidekick-Handys zu löschen, darunter die Kontakte aus den Adressbüchern, Kalender-Einträge und persönliche Fotos.

Das dürfte dem Image der Telekom schaden, die ja auch hierzulande schon Probleme mit dem Diebstahl von 17 Millionen Kundendaten hatte und heute erst weitere Fälle von weiterverkauften Daten – inklusive der Bankverbindungen – eingestehen musste. Denn die T-Mobile-Kunden interessiert es wenig, dass eigentlich nicht der Mobilfunkkonzern für den Server-Betrieb zuständig ist, sondern die Microsoft-Tochter Danger.

Vertrauen steht auf dem Spiel

Aber auch dem Rest der Branche, die Outsourcing, Managed Services und andere Cloud-Computing-Konzepte feilbietet, droht nun ein Vertrauensverlust. Denn damit werden die Befürchtungen potenzieller Nutzer Gewissheit: Im Zweifelsfall können Daten, die man nicht im eigenen Haus vorhält, sondern Dienstleistern anvertraut, einfach weg sein. Das wurde bisher als „unwahrscheinlich“ bis „unmöglich“ abgetan – und doch ist es nun passiert. Ein Präzedenzfall der schlimmsten Art, und das nicht bei „kleinen Buden“, sondern zwei weltweiten Schwergewichten des IT- und TK-Marktes.

Als erste Entschädigung bietet T-Mobile US den Betroffenen einen Monat lang freien Datentransfer. Auch andere Arten der Wiedergutmachung werden erwogen. Nach Experten-Einschätzung könnten eine Million der 33,5 Millionen US-T-Mobile-Kunden ein Sidekick-Gerät besitzen. In den USA kämpft der deutsche Konzern bereits seit einiger Zeit mit einer hohen Anzahl von Wechselwilligen, die sich einen anderen Provider suchen, sowie mit immer weniger Neukunden.

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