08.04.2009 | Redakteur: Sarah Maier
Im hessischen Hanau hat Arcor ein Pilotprojekt gestartet. Dort legt der Provider Glasfaseranschlüsse bis ins Haus und ins Wohnzimmer. Das lässt Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde zu.
In Hanau wird das »Coloneo« als moderner Komplex mit 300 Wohneinheiten gebaut. In einem Pilotprojekt hat die Vodafone-Tochter Arcor die Gebäude direkt an das Glasfasernetz angebunden. Die Leitung reicht bis in die Kellerräume, von dort wird das optische Signal in elektrische Impulse umgesetzt. Via Ethernet werden anschließend die Wohnungen angebunden. Im letzten Bauabschnitt werden die Lichtwellenleiter direkt bis in die Wohnzimmer geführt.
Beide Anschlussvarianten ermöglichen eine Datengeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde. Dabei wird auch der Sprachanschluss über die Datenleitung realisiert. Bei der technischen Umsetzung unterstützt der chinesische Netzwerkausrüster Huawei das Projekt.
In der Startphase können die Bewohner mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde Daten herunterladen und mit bis zu zehn Megabit pro Sekunde versenden. Das entspricht dem Download einer Audio-CD mit rund 650 Megabyte Datenvolumen in einer Geschwindigkeit von 1,8 Minuten. Die Bandbreite reicht ebenfalls für den Empfang von Sendungen in HD-Qualität.
»Mit dem Coloneo-Piloten und der Glasfaserverkabelung bis ins Haus blicken wir weit in die Zukunft«, erklärt Josef Schäfer, Bereichsleiter für Strategie und Innovation bei Arcor. Trotzdem steht bei dem TK-Anbieter der Aufbau eines VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetzes weiterhin an erster Stelle. Hierbei werde Glasfaser lediglich bis zu hausnahen Verteilern verlegt. Die weitere Anbindung erfolge dann über klassische Kupferleitungen. »Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in Hanau sind jedoch für künftige Planungen sehr wertvoll«, betont Schäfer.
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