09.08.2010 | Redakteur: Sylvia Lösel
Fünf Jahre lang stand Mark Hurd an der Spitze des Computerriesen Hewlett-Packard. Jetzt musste er seinen Hut nehmen. Eine ehemalige Mitarbeiterin hatte ihn zunächst der sexuellen Belästigung beschuldigt. Diese Vorwürfe konnte Hurd zwar noch entkräften, gehen musste er trotzdem.
Mit einem Paukenschlag endete die vergangene Woche: HP-Chef Mark Hurd trat von seinen Ämtern zurück. Dem 53-Jährigen wird vorgeworfen, Spesenabrechnungen fingiert zu haben, um eine Beziehung zu einer Mitarbeiterin zu verschleiern. Diese hatte Hurd bereits vor einigen Wochen der sexuellen Belästigung bezichtigt.
Diese Vorwürfe erwiesen sich laut HP zwar als haltlos, im Zuge der Ermittlungen stellte sich aber heraus, dass der Top-Manager bei seinen Abrechnungen nicht ganz bei der Wahrheit geblieben war. So habe er wohl angegeben, diverse Abendessen alleine eingenommen zu haben, in Wahrheit aber in Begleitung der Dame gewesen zu sein. Dabei ging es noch nicht einmal um die Dollars an sich, vielmehr sei nun das Vertrauen in den zweifachen Familienvater Hurd zerstört. Hurd selbst teilte mit, dass er die Prinzipien Vertrauen, Respekt und Integrität missachtet habe. Sein Rücktritt sei eine schmerzhafte Entscheidung, aber die einzig richtige.
Mark Hurd stand seit Februar 2005 an der Spitze des HP-Konzerns. Er hatte die Führung von Carly Fiorina übernommen. Unter seine Ägide fielen sowohl ein Sparkurs, bei dem zahlreiche Stellen gestrichen wurden, als auch der strategische Umbau des Konzerns. Dieser Umbau war vor allem geprägt durch zahlreiche Einkäufe, wie zum Beispiel die des Dienstleisters EDS im Jahr 2008, die Übernahme von 3Com, die im April abgeschlossen wurde, und jüngst der Kauf des Smartphone-Herstellers Palm.
Die Unternehmensführung übernimmt übergangsweise die HP-Finanzchefin Cathie Lesjak.
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