Drillisch steckt Niederlage ein

Spoerr wehrt sich gegen Zerschlagung von Freenet

23.07.2007 | Redakteur: Sarah Maier

Freenet-Chef Eckhard Spoerr stemmt sich gegen die Zersplitterung des Konzerns.

Gerade erst ist die Fusion von Freenet und Mobilcom über die Bühne, schon denken einige Großaktionäre wieder über eine Zerschlagung des Unternehmens nach. Vorstand Eckhard Spoerr will von einer Aufspaltung nichts wissen und erhielt auf der Hauptversammlung Rückendeckung. Wobei er sich die Option offen lässt, den gesamten Konzern zu verkaufen.

Auf der Hauptversammlung der Telekommunikationsanbieters Freenet konnte Vorstand Eckhard Spoerr die Mehrheit der Aktionäre auf seine Seite ziehen und so eine Aufspaltung des gerade erst im März fusionierten Unternehmens verhindern.

Schon Ende Mai hatte Hedge-Fonds-Manager Florian Homm, der rund drei Prozent der Freenet-Anteile hält, eine Zerschlagung und den Teilverkauf gefordert. Ihm folgten Hermes-Vorstand Stephan Howaldt, der mit fünf Prozent beteiligt ist, und Wettbewerber Drillisch, der acht Prozent der Anteile besitzt.

Sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat wurden mit einer deutlichen Mehrheit von 87,61 beziehungsweise 66,87 Prozent entlastet. Und dass, obwohl Drillisch einen Antrag eingereicht hatte, beiden die Entlastung zu verweigern.

Ein weiterer Sieg für Spoerr dürfte die Wahl der Aufsichtratsmitglieder gewesen sein: Alle von Drillisch vorgeschlagenen Kandidaten erfuhren eine klare Niederlage.

Offen für Konsolidierung

Spoerr stemmte sich zwar gegen eine Zerschlagung des Konzerns, einem Komplettverkauf steht er allerdings offen gegenüber. »Man kann der Konsolidierer sein, oder man kann unter Umständen selbst übernommen werden«, erklärt der Freenet-Vorstand. Das Unternehmen habe die Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, die »Optionen zu prüfen«.

Deutlicher Ergebnissprung geplant

Für das laufende Geschäftsjahr plant Spoerr weiterhin einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 250 Millionen Euro. Das bedeutet einen Gewinn vor Steuern von 160 Millionen Euro. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte das Unternehmen ein Ebitda von 147 und einen Gewinn vor Steuern von 117 Millionen Euro aufweisen.


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